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Alleinerziehende: Wohnung mit Kind über 18 gefährdet Steuerentlastung

18.12.10 (Familie und Kinder, Mandantenbrief)

Allein erziehende Elternteile können einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.308 Euro im Jahr geltend machen, wenn neben ihnen und dem Kind keine weiteren Erwachsenen mit im Haushalt leben. Dieser wird bei ihnen auch bereits vorab über die Steuerklasse II mindernd bei der Lohnsteuerberechnung berücksichtigt. Streit zwischen Steuerzahlern und Finanzbeamten und kritische Nachfragen gibt es immer wieder zu der Frage, welche Personen eine Haushaltsgemeinschaft in der gemeinsamen Wohnung bilden. Wohnt etwa der Lebensgefährte oder ein Verwandter mit im Haushalt, ist dies ein Ausschlussgrund für die Steuervergünstigung.

Dies kann auch der mit im Haushalt lebende volljährige Nachwuchs sein, für den aufgrund eigenen Einkommens kein Anspruch auf Kindergeld mehr besteht. Das hat das Finanzgericht Niedersachsen aktuell entschieden (Az. 5 K 197/09). Unerheblich ist, ob und in welcher Höhe sich der volljährige Sprössling an den Kosten der Haushaltsführung beteiligt. Ausreichend für den Wegfall des Entlastungsbetrags ist, dass die Personen zusammen wohnen und der gemeinsame Gebrauch sämtlicher familiebezogenen Wohn- und Nutzräume sowie der Einrichtungsgegenstände wie Waschmaschine, Kühl- und Gefrierschrank.

Zwar lässt sich die gesetzliche vorgegebene Vermutung des gemeinsamen Haushalts gegenüber dem Finanzamt widerlegen. Hierzu muss der Alleinerziehende glaubhaft machen oder zweifelsfrei versichern, dass tatsächlich keine Haushaltsgemeinschaft besteht, das Kind also beispielsweise eine weitere Wohnung aus privaten Gründen unterhält. Nicht ausreichend sind aber kurze Zeiten der Abwesenheiten. Der Entlastungsbetrag wird nur auf Monatsbasis mit je 109 Euro gewährt. Es reicht somit nicht aus, dass die Voraussetzungen einmal im Jahr erfüllt sind. Kalendermonate ohne Anspruch werden steuerlich fein säuberlich aus der Förderung heraus genommen. Das gilt etwa, wenn das Kind im Laufe des Jahres geboren ist oder ein Erwachsener für einige Monate in der Wohnung lebt.

Maßgebend für den Abzug ist die Meldung des Hauptwohnsitzes. Ist das Kind beispielsweise bei der Mutter gemeldet und wohnt diese mit einem Partner zusammen, entfällt der Entlastungsbetrag. Der Vater kann keine Vergünstigung erhalten, auch wenn er alleine lebt und das Kind bei ihm mit Zweitwohnsitz gemeldet ist. Auch Verwitwete können die Entlastung ab dem Monat des Todes vom Ehepartner in Anspruch nehmen, auch wenn sie noch für das gesamte Jahr den Splitting-Tarif nutzen dürfen.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 13
AM

 


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