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Arbeitszimmer: Einstufung bei Rentner mit Mieteinkünften

03.05.10 (Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Arbeitszimmer: Einstufung bei Rentner mit Mieteinkünften

Seit 2007 ist das heimische Büro steuerlich nur noch dann absetzbar, wenn es den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Diese Abzugsbeschränkung gilt aber nur beim häuslichen Arbeitszimmer. Werden angemietete oder eigene Räumlichkeiten in der Nachbarschaft zur Wohnung beruflich genutzt, sind die Kosten weiterhin in voller Höhe absetzbar. Das gilt selbst dann, wenn im Betrieb ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht und der Job von dort aus überwiegend erledigt wird.

Anders sieht es hingegen nach dem Urteil vom Finanzgericht Münster aus, wenn sich das Arbeitszimmer im Keller des Wohnhauses befindet, über einen eigenen Eingang vom Garten aus verfügt und ansonsten nur über das Treppenhaus erreichbar ist. Dies stellt kein außerhäusliches Büro dar, sodass die Kosten nicht abzugsfähig sind. Der Zugang vom Garten aus führt allein nicht zu einer Loslösung von der häuslichen Sphäre, weil diese bereits über den Zugang über das Treppenhaus vermittelt wird, so die Richter (Az. 10 K 645/08 E).

Zwar hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass ein außerhäusliches Büro vorliegt, wenn in einem Mehrfamilienhaus, dessen Erdgeschoss durch den Berufstätigen bewohnt wird, ein weiteres Ein-Zimmer-Appartement als Arbeitszimmer genutzt wird und dieses nur über ein gemeinsam mit Dritten genutztes Treppenhaus erreicht werden kann (Az. VIII R 52/07). Ist der Berufstätige Eigentümer des Wohnhauses und stellt nur das Obergeschoss Mietern zur Verfügung, hat es noch den Charakter als häusliches Arbeitszimmer.

Ein solches Büro stellt auch nicht den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Betätigung eines Rentners dar. Entscheidend ist, wo er seine wesentliche Kerntätigkeit erbringt, wo er mit anderen Worten die Handlungen vornimmt, die für seinen Beruf wesentlich und prägend sind. Einzubeziehen sind auch solche Einkunftsarten, bei denen die bloße Nutzenziehung im Vordergrund steht. Bei der Beurteilung kommt bei Einkünften aus mehreren Einkunftsarten auf die Bestimmung des Mittelpunktes der Haupttätigkeit an. Liegt keine Vollzeitbeschäftigung vor, entscheiden Wertigkeit der einzelnen Tätigkeiten, Höhe der erzielten Einnahmen sowie der auf die jeweilige Tätigkeit entfallende Zeitaufwand. Von diesen Grundsätzen ausgehend konnten die Richter nicht feststellen, dass das Arbeitszimmer eines Rentners mit einer Vermietungstätigkeit den Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit darstellt.

Quelle: Mandantenbrief – Mai 2010, Seite 9

 


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