Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH

Steuerberater in Frankfurt

Experten-Branchenbuch.de .:. Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH, Steuerberater Frankfurt
Teilen Sie diesen Artikel

Aufwendungen wegen Verkehrsunfalls zwischen Wohnung und Arbeitsplatz

04.08.10 (Angestellte, Bußgeld & Verkehr, Mandantenbrief)

Wer auf der Fahrt zu seiner Arbeit einen Verkehrsunfall erleidet, kann seine hieraus entstehenden Aufwendungen nicht als Werbungskosten geltend machen. Denn alle Aufwendungen, die einem Arbeitnehmer für die Wege zwischen seiner Wohnung und seinem Arbeitsplatz entstehen, werden durch die Entfernungspauschale abgegolten. Hierauf weist das Nürnberger Finanzgericht (FG) in einem aktuellen Urteil hin.

Der Kläger begehrte in seiner Einkommensteuererklärung die Anerkennung von Gerichtskosten in Höhe von 2.900 Euro, von eigenen Rechtsanwaltskosten in Höhe von etwa 1.400 Euro, Rechtsanwaltskosten einer Nebenklägerin in Höhe von 1.285 Euro und Aufwendungen wegen eines Versicherungsschutzentzugs seiner Kfz-Haftpflichtversicherung in Höhe von 2.000 Euro in Folge eines ihm angelasteten Verkehrsunfalls als Werbungskosten.

Das FG hat ihm die begehrte Werbungskosten-Anerkennung versagt. Der Kläger könne die Aufwendungen infolge des ihm angelasteten Verkehrsunfalls nicht als Werbungskosten geltend machen, da gemäß § 9 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sämtliche Aufwendungen eines Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte durch die Entfernungspauschale abgegolten würden. Der Kläger habe die Entfernungspauschale auch in Anspruch genommen.

Seit 2009 gelte eine neue Fassung der Regelung zum Werbungskostenansatz für Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, so das FG. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 EStG bestimme, dass «zur Abgeltung dieser Aufwendungen» eine Entfernungspauschale anzusetzen sei, und § 9 Abs. 2 Satz 1 EStG bestimme, dass «durch die Entfernungspauschale sämtliche Aufwendungen abgegolten [sind], die durch die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte […] veranlasst sind». Dieser eindeutige Wortlaut schließe die Geltendmachung weiterer – auch außergewöhnlicher – Aufwendungen aus. Die frühere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes, die neben den alten Kilometerpauschbeträgen den Ansatz außergewöhnlicher Aufwendungen gestattete, hält das FG für nicht mehr anwendbar. Denn sie beziehe sich auf einen anderen Gesetzestext.

Finanzgericht Nürnberg, Urteil vom 04.03.2010, 4 K 1497/2008

Quelle: Mandantenbrief – Juli 2010, Seite 25
AM

 


Die Steuerberater der Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH beraten steuerlich und erstellen für Sie die Erklärungen zur Einkommensteuer (Privatpersonen, freie Berufe, Selbständige, Arbeitnehmer, Rentner), Körperschaftsteuer (Aktiengesellschaft, GmbH), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, Erstellen Lohnabrechnungen, Finanzbuchhaltung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss, vertreten Sie vor Finanzgericht und im Steuerstrafverfahren und erstellen steuerliche Selbstanzeige bundesweit