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Berechnung des geldwerten Vorteils anhand der tatsächlichen Pkw-Nutzung

06.07.10 (Angestellte, Mandantenbrief)

Die Privatnutzung des vom Arbeitgeber überlassenen Betriebs-Pkw gilt als geldwerter Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma in der Regel pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis inklusive Zusatzausstattung. Im Rahmen dieser Methode kommen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit zusätzlich 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer und Monat hinzu. Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist der Umfang der tatsächlichen Nutzung für die Pendelfahrten ins Büro unerheblich, weil bereits die Verfügbarkeit des Firmenwagens zu einem geldwerten Vorteil führt.

Das Finanzgericht Köln sieht das in einem aktuellen Urteil hingegen anders (Az. 10 K 1476/09). Nutzt ein Arbeitnehmer den von seinem Chef zur Verfügung gestellten Dienstwagen nur wenige Tage im Monat für die Fahrt zur Arbeitsstätte, ermittelt sich der geldwerte Vorteil nur nach der tatsächlichen Nutzung des Pkw und nicht nach der pauschalen und überhöhten Berechnung des Fiskus.

Im entschiedenen Fall musste der Angestellte häufig Dienstreisen durchführen, sodass er den Firmenwagen nur an 100 Tagen im Jahr für die Fahrt zur Arbeitsstätte tatsächlich einsetzte. Obwohl dies eine Nutzung pro Monat von durchschnittlich nur 8,33 Tagen darstellt, verlangte das Finanzamt Lohnsteuer auf den geldwerten Vorteil wie für Arbeitnehmer, die täglich in den Betrieb pendeln.

Hier erlauben die Richter einen Ansatz nach den tatsächlich durchgeführten geringeren Strecken. Das berechnet sich je Entfernungskilometer, Fahrt und Monat mit lediglich 0,002 Prozent des Listenpreises und nicht den sonst üblichen 0,03 Prozent. Diese Regelung leitet sich aus der Berechnung für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung ab. Dies ist auch gerechtfertigt, denn bei den Werbungskosten darf der Arbeitnehmer die Entfernungspauschale auch nur für die Tage ansetzen, an denen er tatsächlich von der Wohnung ins Büro gefahren ist.

Das Finanzamt kann hier nicht argumentieren, der Vielreisende sollte zum Nachweis ein Fahrtenbuch führen. Diese Forderung zu Mehrarbeit und lästigen Aufzeichnungen über das gesamte Jahr hinweg allein für die Wege zur Arbeitsstätte entspricht weder dem Gesetzeszweck noch dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Daher kann in solchen Fällen von der Führung eines Fahrtenbuches abgesehen werden und die Finanzbeamten dürfen hieraus keine negativen Schlüsse ziehen, so das Resümee der Richter aus Köln.

Quelle: Mandantenbrief – Juni 2010, Seite 11
AM

 


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