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Börsenverluste gehören nicht ins Betriebsvermögen

08.02.11 (Kapitalanleger, Mandantenbrief)

Ein Selbstständiger kann Wertpapiere nicht in das Betriebsvermögen einlegen, wenn diese Buchung ausschließlich dazu dient, einen außerhalb des Unternehmens entstandenen oder zu befürchtenden Verlust in die betriebliche Sphäre zu verlagern. Dieses Urteil hat das Finanzgericht München zu einem Unternehmensberater entschieden, der in seinem Jahresabschluss einen Verlust aus dem Verkauf von Wertpapieren in Höhe von 128.000 Euro auswies (Az. 13 K 3971/07).

Die Richter begründen diesen Tenor damit, dass Wertpapiere nicht unmittelbar der Unternehmensberatung dienen, also nicht zum Einsatz im Betrieb bestimmt sind. Auch die Tatsache, dass die Wertpapiere mit Firmengeldern angeschafft wurden, bedeutet nicht automatisch, dass sie notwendiges Betriebsvermögen sind. Voraussetzung für die Qualifizierung als Kapitalvermögen in der Firma ist vielmehr, dass die Wertpapiere objektiv geeignet sind, dem Betrieb zu dienen und den Inhaber zu fördern. Ein solcher Förderungszusammenhang bedingt aber, dass die Titel nicht allein kraft einer Willensentscheidung des Selbstständigen in der Bilanz als Aktivposten gebildet werden können. Vielmehr wird ein Zurechnungszusammenhang mit dem Betrieb vorausgesetzt, für den das Berufsbild im Einzelfall entscheidend ist.

Ausgehend von dieser Grundregel der Bilanzierung können Depotwerte nicht ins Betriebsvermögen eingelegt werden, wenn hierdurch Verluste von der Privat- in die Betriebssphäre umfunktioniert werden sollen. Um dies auszuschließen, muss die erstmalige Zuordnung eines Wertpapiers unmissverständlich in einer solchen Weise dokumentiert werden, dass ein Dritter ohne weitere Erklärung die Zugehörigkeit der erworbenen Titel zum Betriebsvermögen erkennen kann. Das hat zeitnah und unmissverständlich sofort nach der Börsenorder zu erfolgen, so die Richter.

Wer jedoch erst mit Erstellung der Bilanz gut ein Jahr nach Ablauf der Geschäftsvorfälle entscheidet, welche Wertpapiere privat und welche betrieblich sein sollen, ist zu spät dran. Denn zu diesem Zeitpunkt lässt sich bereits absehen, welche Titel im Plus und welche im Minus liegen. Dann kann der Selbstständige die Gewinne nicht nur der moderaten Abgeltungsteuer unterwerfen und das Minus zur Gewinnreduzierung verwenden. Negative private Kapitaleinnahmen mindern nämlich nur sehr eingeschränkt Zinsen, Dividenden, Kursgewinne oder Versicherungserträge, während sie sich über die Bilanz mit allen Einkunftsarten des Anlegers verrechnen lassen.

Quelle: Mandantenbrief – Februar 2011, Seite 9
AM

 


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