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Doppelte Haushaltsführung: Rückkehr in frühere Wohnung zulässig

18.12.10 (Angestellte, Bauen & Wohnen, Mandantenbrief)

Kehrt ein Arbeitnehmer – etwa nach einer Versetzung oder Beurlaubung – wieder an den ursprünglichen Tätigkeitsort zurück, kann er die dort anfallenden Aufwendungen erneut als Werbungskosten geltend machen. Nach einem am 20.10.2010 vom Bundesfinanzhof veröffentlichten Urteil kann eine zunächst beendete doppelte Haushaltsführung am früheren Beschäftigungsort erneut begründet werden, und dies sogar in der dazu schon früher genutzten Wohnung (Az. VI R 15/09).

Zu den Werbungskosten gehören auch notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, und zwar unabhängig davon, aus welchen Gründen die doppelte Haushaltsführung beibehalten wird. Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch dort wohnt. Neben den Wohnungsaufwendungen und Familienheimfahrten können auch Mehraufwendungen für die Verpflegung pauschal und beschränkt auf die ersten drei Monate an derselben Tätigkeitsstätte abgesetzt werden.

Erst mit Beendigung der doppelten Haushaltsführung scheidet der Werbungskostenabzug aus. Das kann etwa der Fall sein, wenn der Arbeitnehmer

– die Familienwohnung an den Beschäftigungsort oder in dessen Einzugsbereich verlagert und seinen dort geführten zweiten Haushalt aufgibt oder

– den Zweithaushalt nicht mehr führt, weil er seine regelmäßige Arbeitsstätte aufgibt und an einem anderen Ort tätig wird.

Nach Beendigung einer doppelten Haushaltsführung kann er erneut eine doppelte Haushaltsführung aus beruflichem Anlass begründen, auch am früheren Beschäftigungsort und in der Wohnung, in der er bereits früher einen Zweithaushalt errichtet hatte. Die notwendigen Mehraufwendungen können als Werbungskosten abgezogen werden. Dies gilt unter Beachtung der Dreimonatsfrist auch für die Mehraufwendungen für die Verpflegung, so die Richter klarstellend.

Dem steht nicht entgegen, dass der Arbeitnehmer seine Eigentumswohnung während seines Aufenthalts am Familienwohnort nicht veräußert, sondern im Hinblick auf die Rückkehr an seine frühere Arbeitsstätte beibehalten hat. Denn die erneute Begründung einer doppelten Haushaltsführung am gleichen Ort setzt nicht voraus, dass der Beschäftigte dort eine neue Wohnung nimmt oder ihm die Verhältnisse am Beschäftigungsort bekannt ist. Denn der Abzug von Verpflegungsaufwendungen während der Dreimonatsfrist ist generell möglich, unabhängig von der konkreten Verpflegungssituation am Arbeitsort.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 18
AM

 


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