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Einkommensteuererklärung 2009: Das vereinfachte Formular vermeiden

26.02.10 (Alle Steuerzahler)

(Val) Für Arbeitnehmer stellt der Fiskus mit der vereinfachten Einkommensteuererklärung (Vordruck ESt 1V) ein Formular zur Verfügung, das eine Erleichterung für den Antrag auf Steuerrückerstattung bietet. Der zweiseitige Vordruck kommt zur Anwendung, wenn ausschließlich Arbeitslohn, Versorgungsbezüge oder Ersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld bezogen wurden. Doch was auf den ersten Blick wirklich für eine deutliche Vereinfachung spricht, erfüllt sich beim näheren Hinsehen kaum. Denn der verkürzte Vordruck reicht nur in Ausnahmefällen tatsächlich aus, um die steuerlichen Pflichten zu erfüllen.

Denn für 2009 ist erstmals zusätzlich die Anlage Vorsorgeaufwand für Versicherungsbeiträge und den Aufwand für die Altersvorsorge einzureichen Eltern müssen für jeden Sprössling eine gesonderte Anlage Kind ausfüllen und bei Arbeitnehmern mit Kapitalerträgen kommt es durch die geänderten Regeln der Abgeltungsteuer viel öfters dazu, dass die regulären Formulare zur Hand genommen werden müssen.

In der vereinfachten Einkommensteuererklärung dürfen Arbeitnehmer keine anderen als die im Vordruck bezeichneten Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen vorweisen. Zwar ist hier Platz für Spenden oder Krankheitskosten vorgesehen. Doch zur Berechnung der Abzugsposten werden jetzt die Kapitaleinnahmen benötigt, auf die von den Banken bereits ordnungsgemäß Abgeltungsteuer einbehalten wurde. Da der Eintrag von Kapitalerträgen für die Berechnung der Spenden und außergewöhnlichen Belastungen aus Platzgründen nicht zur Verfügung steht, sind hierfür die regulären Vordrucke zu verwenden. Aber auch ansonsten birgt das Kurzformular die Gefahr, dass Arbeitnehmer dem Fiskus bares Geld schenken. Denn das volle Erstattungspotential eröffnet sich erst über die herkömmlichen und viel ausführlicheren Vordrucke. Das liegt vor allem daran, dass der Platz auf dem Kurzformular nur für die üblichen Abzugsbeträge ausreicht und das Übrige unter den Tisch fällt. Abgefragt werden die Fahrten zur Arbeit, Reisekosten, Arbeitsmittel sowie Fortbildungs- und Bewerbungskosten. Bei doppelter Haushaltsführung, Einsatzwechseltätigkeit oder einem Arbeitszimmer ist der Vordruck hingegen unbrauchbar. Ähnlich sieht es bei den Sonderausgaben
aus. Hier sind lediglich Zeilen für gemeinnützige Spenden oder Kirchensteuer vorgesehen. Wer Unterhalt an den Ex-Gatten zahlt, Parteispenden oder Ausbildungskosten vorzuweisen hat, sucht vergeblich nach Eintragungsmöglichkeiten.

So verlockend das übersichtliche Kurzformular für Angestellte wegen der Arbeitsvereinfachung auch sein mag. Es birgt die Gefahr, dass wichtige nicht abgefragte Steuerabzugsbeträge vergessen werden. Erst wer die umfangreichen Vordrucke nebst Erläuterungsteil studiert, listet seine Werbungskosten, außergewöhnlichen Belastungen oder Sonderausgaben eher komplett auf und kann auch zuviel einbehaltene Abgeltungsteuer zurückfordern.

Quelle: Mandantenbrief März 2010, Seite 3

 


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