Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH

Steuerberater in Frankfurt

Experten-Branchenbuch.de .:. Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH, Steuerberater Frankfurt
Teilen Sie diesen Artikel

Erbschaftsteuer: Nicht nur der schriftlich geäußerte letzte Wille ist relevant

13.02.11 (Ehe, Familie & Erben, Mandantenbrief)

Erfüllt der gesetzlich bestimmte Alleinerbe oder der Beteiligte an einer Erbengemeinschaft freiwillig einen vom Verstorbenen zu Lebzeiten mündlich geäußerten letzten Willen, ist dieser steuerlich zu berücksichtigen. Zwar handelt es sich dabei mangels Schriftform um eine nach BGB unwirksame Verfügung von Todes wegen. Wird diese aber von dem oder den Nachkommen weisungsgemäß ausgeführt und beruht die Umsetzung auf dem Wunsch des Erblassers, ist das wirtschaftliche Ergebnis für die Erbschaftsteuer zu beachten. Damit hat der Erbe entsprechend weniger zu versteuern, und der nunmehr Begünstigte muss den erhaltenen Nachlass dem Finanzamt melden.

Das gilt nach einem am 29. Dezember 2010 vom Bundesfinanzhof veröffentlichtem Urteil selbst dann noch, wenn die unwirksame mündliche Anordnung von Todes wegen nicht in vollem Umfang befolgt wird (Az. II R 46/09). Denn bereits die lediglich eingeschränkte Befolgung des Wunsches weist die für die erbschaftsteuerrechtliche Berücksichtigung erforderliche Verbindung zur Willenserklärung des Erblassers auf, meinten die Richter.

Dieser Urteilstenor kann in der Praxis dazu verwendet werden, zusätzliche Freibeträge für nicht bedachte Personen zu nutzen oder gleich eine ganze Generation ohne zusätzliche Steuerbelastung zu überspringen. Wird beispielsweise die Tochter des Verstorbenen Alleinerbin, zahlt sie nach Abzug ihres persönlichen Freibetrags Steuern auf den gesamten Nachlass. Macht sie nun geltend, dass ihre beiden Kinder, also die Enkel des Verstorbenen, ein Vermächtnis erhalten sollen, wird der Nachlass auf mehrere Schultern verteilt, und die Freibeträge der Enkel lassen sich verwenden.

Damit das Finanzamt mündlich geäußerte Wünsche berücksichtigt, sind jedoch zwei Bedingungen unbedingt zu erfüllen:

Es muss glaubhaft gemacht werden, dass der Verstorbene seinen Wunsch tatsächlich geäußert hat. Das gelingt beispielsweise durch die Aussage von Zeugen.
Der Nachkomme muss die mündlich angeordnete Verpflichtung anschließend tatsächlich in die Tat umsetzen, also etwas aus dem Nachlass an den Begünstigten abgeben.

Quelle: Mandantenbrief – Februar 2011, Seite 20
AM

 


Die Steuerberater der Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH beraten steuerlich und erstellen für Sie die Erklärungen zur Einkommensteuer (Privatpersonen, freie Berufe, Selbständige, Arbeitnehmer, Rentner), Körperschaftsteuer (Aktiengesellschaft, GmbH), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, Erstellen Lohnabrechnungen, Finanzbuchhaltung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss, vertreten Sie vor Finanzgericht und im Steuerstrafverfahren und erstellen steuerliche Selbstanzeige bundesweit