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Fußballstadion: Stadt haftet nicht für Sturz auf unebener Stufe

15.02.11 (Bußgeld & Verkehr, Mandantenbrief)

Die Stadt Cottbus haftet nicht wegen der Unebenheiten auf den Treppenstufen in ihrem Stadion der Freundschaft. Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg hält zumindest die Unebenheit auf der Stufe 13 des Stadions für nicht so gravierend, als dass man der Stadt ihren Zustand als Pflichtverletzung vorwerfen könnte.

Die Klägerin besuchte am 14.12.2007 im Stadion der Freundschaft in Cottbus ein Fußballspiel. Auf der Stadiontreppe stürzte sie und erlitt eine Sprunggelenksfraktur und einen doppelten Bänderriss. Die Klägerin macht für den Unfall eine muldenförmige Unebenheit auf der Stufe 13 verantwortlich, auf der sie mit ihrem Fuß auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz umknickte. Sie verklagte die Stadt Cottbus, die für den verkehrssicheren Zustand des Stadions verantwortlich ist. Die Stadt solle ihr Schadenersatz wegen des ihr entstandenen Verdienstausfalls in Höhe von rund 5.370 Euro und ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro zahlen.

Hiermit drang die Klägerin weder in erster noch in zweiter Instanz durch. Die Unebenheit auf der Treppenstufe sei insgesamt sehr flach und nach außen hin nicht scharfkantig abgegrenzt, erläutert das OLG sein Urteil. Sie sei damit nicht so gravierend, dass man der Stadt ihren Zustand als Pflichtverletzung vorwerfen könne. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Besucher des Stadions erkennen hätten können, dass auch die darunter liegenden Treppenstufen Unebenheiten aufwiesen. Weil im Stadion auch an anderen Stellen vergleichbare Stellen vorhanden seien, hätte sich die Klägerin darauf einstellen können und müssen. Auch bei großem Besucheraufkommen wie an dem Abend des Unfalls hätte sich die Klägerin an dem seitlich angebrachten Treppengeländer festhalten können, meinen die Richter. Die Treppenstufe hätte bei vorsichtigem Verhalten gefahrlos passiert werden können, da es sich nicht um eine außergewöhnliche Gefahrenstelle gehandelt habe. Das OLG hat die Revision zum Bundesgerichtshof nicht zugelassen.

Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 14.12.2010, 2 U 25/09

Quelle: Mandantenbrief – Februar 2011, Seite 26
AM

 


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