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GmbH in der Krise: So zählt ein Darlehensverlust bei der Steuer

18.12.10 (Mandantenbrief, Unternehmer, Wirtschaft, Wettbewerb & Handel)

Gibt ein Gesellschafter seiner GmbH ein Darlehen und wird dieses anschließend wertlos, kann dieser Verlust unter bestimmten Umständen zu den nachträglichen Anschaffungskosten der Beteiligung zählen. Werden die GmbH Anteile verkauft oder die GmbH insolvent, erhöht das dann die negativen Einkünfte, die steuerlich zu 60 Prozent zählen. Dabei kommen als nachträgliche Anschaffungskosten nicht nur Aufwendungen in Betracht, die auf der Ebene der Gesellschaft als Nachschüsse oder verdeckte Einlagen zu werten sind, sondern auch sonstige, durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasste Aufwendungen des Gesellschafters und damit als Liquiditätsspritze gedachte Kredite für die GmbH in der Krise, weil die Banken dann keine Darlehen mehr vergeben.

Das Bundesfinanzministerium hat zu der Frage, welche Folgen sich für die Anwendung des steuerlichen Verlustabzugs aufgrund des ab dem 1.11.2008 geltenden Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts (Mo-MiG) ergeben, in einem aktuellen Schreiben Stellung genommen (Az. IV C 6 – S 2244/08/10001).

Durch das MoMiG wurde das Eigenkapitalersatzrecht grundlegend dereguliert, mit Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung. Die Bestimmungen über kapitalersetzende Darlehen wurden aus dem GmbHG entfernt und in der Insolvenzordnung (InsO) sowie im Anfechtungsgesetz (AnfG) neu gefasst. Kern der Neuregelungen ist eine gesetzliche Nachrangigkeit aller Rückzahlungsansprüche aus Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz, unabhängig davon, ob sie in der Krise gewährt wurden oder nicht. Ist das Darlehen im Jahr vor Stellung des Insolvenzantrags getilgt worden oder wurde es zehn Jahre vor dem Eröffnungsantrag besichert, so besteht die Anfechtbarkeit der im letzten Jahr vor dem Insolvenzantrag von der Gesellschaft zurückgezahlten Gesellschafterleistungen unabhängig von einer Anknüpfung an einen eigenkapitalersetzenden Charakter der Leistung.

Zur steuerlichen Behandlung für die Frage des Umfangs nachträglicher Anschaffungskosten sind dabei sechs Fallgruppen zu unterschieden:

Hingabe in der Krise: Im Falle der Hingabe des Darlehens in der Krise ist dessen Nennwert maßgeblich.

Stehen lassen: Wert im dem Zeitpunkt, in dem der Beteiligte das Darlehen mit Rücksicht auf das Gesellschaftsverhältnis nicht abzieht. Dieser Betrag kann erheblich unter dem Nennwert und im Einzelfall sogar bei 0 Euro liegen.

Finanzplandarlehen: Solche Darlehen sind von vornherein in die Finanzplanung der GmbH einbezogen. Maßgebend ist der Wert im Zeitpunkt der GmbH-Gründung, also sein Nennwert.

Krisenbestimmte Darlehen: Hier erklärt der Gesellschafter schon vor dem Eintritt der Krise bindend gegenüber der GmbH oder den Gläubigern, dass er den Kredit auch bei einer Krise stehen lässt. Der Ausfall führt zu nachträglichen Anschaffungskosten in Höhe des Nennwerts.

Sanierungsprivileg: Wird der GmbH Risikokapital zur Verfügung gestellt, um sich an Sanierungen zu beteiligen, führen spätere Darlehensverluste zu nachträglichen Anschaffungskosten.

Kleinanlegerprivileg: Verluste bei nicht geschäftsführenden GmbH-Gesellschaftern mit einer Beteiligung von maximal 10% sind keine nachträglichen Anschaffungskosten.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 30
AM

 


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