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Haushaltsnahe Dienstleistung: Pauschale für Dienstwohnung

18.12.10 (Angestellte, Mandantenbrief)

Seit 2009 dürfen Mieter oder Eigentümer der Wohnung 20 Prozent der Handwerkerkosten bis maximal 1.200 Euro im Jahr von der Einkommensteuerschuld abziehen. Das beinhaltet Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen – von kleinen Ausbesserungsarbeiten über größere Maßnahmen bis hin zur Reparatur und Wartung von üblichen Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher oder PC. Das gilt sogar für Ferien- und Zweitwohnungen im EU-Ausland.

Eine solche Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen kann ein Arbeitnehmer auch dann bei Handwerkerarbeiten in Anspruch nehmen, wenn er eine Dienstwohnung nutzt und sein Chef vom Gehalt monatlich eine Pauschale für Schönheitsreparaturen abzieht.

Sofern der Arbeitgeber hiervon anschließend die Rechnungen über steuerlich begünstigte Maßnahmen bezahlt, wirken sie sich entsprechend beim Angestellten aus. Das ergibt sich aus einem aktuellen Urteil vom Finanzgericht Niedersachsen (Az. 16 K 422/09).

Hinsichtlich der vom Arbeitgeber eingezogenen Pauschale für Schönheitsreparaturen bezahlt der Angestellte zwar nicht ausschließlich die Arbeiten an seiner Wohnung, wenn der Arbeitgeber keine gesonderten Rücklagenkonten für jede einzelnen Nutzer eingerichtet hat. Das ist also nicht vergleichbar mit der Instandhaltungsrücklage bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft. In Anbetracht des Förderzwecks der Vorschrift halten es die Richter aber bei wirtschaftlicher Betrachtung für geboten, zweckgebunden in ein betriebliches Sammelkonto geleistete Zahlungen insoweit zu berücksichtigen, als hieraus tatsächlich Mittel für Modernisierungs-, Erhaltungs- und Renovierungsarbeiten verwendet werden.

Bei Berücksichtigung der vom Gehalt abgezogenen Pauschale für Schönheitsreparaturen muss aber beachtet werden, dass hiermit nicht nur die begünstigten Personalkosten, sondern sämtliche Aufwendungen und damit auch der Materialaufwand, abgegolten werden. Deshalb entfällt rechnerisch nur ein Teil der Pauschale auf die begünstigten Personalaufwendungen. Dieser ermittelt sich im Verhältnis des Materialaufwands (= nicht privilegiert) zu den Lohn- und Fahrtkosten (=steuerlich begünstigt) der vom Arbeitgeber beglichenen Rechnungen. Dieser Prozentsatz wird dann auf die Jahrespauschale des Arbeitnehmers umgerechnet und ergibt den Ermäßigungsbetrag. Der Angestellte kann natürlich nur den anteiligen Aufwand absetzen, den er über die Pauschale bezahlt hat. Den vom Chef darüber hinaus geleisteten Betrag kann er nicht geltend machen.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 12
AM

 


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