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Haushaltsnahe Dienstleistungen: Arbeiten deutlich vor Einzug zählen steuerlich nicht

28.08.10 (Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Neben Handwerkerarbeiten bis zu 1.200 Euro lassen sich auch haushaltsnahe Dienstleistungen pro Jahr mit 20 Prozent der begünstigten und höchstens 4.000 Euro absetzen. Hierunter fallen auch Maßnahmen, die außerhalb der Wohnung, aber noch auf dem Grundstück anfallen. Dazu zählen beispielsweise Gartenpflegearbeiten wie Rasenmähen, Heckenschneiden sowie Grünschnittentsorgung und generell die Pflege der Außenanlagen.

Fallen die Aufwendungen für eine Gartengestaltung jedoch zeitlich deutlich vor dem Einzug in ein Einfamilienhaus an, können sie nach dem rechtskräftigen Urteil vom Finanzgericht Münster nicht als vorweggenommene haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Wird der Gärtner mit solchen Arbeiten vorzeitig beauftragt, liegt der Haushalt noch in der alten Wohnung, der Garten hingegen schon in der neuen. Dieser künftige Haushalt gehört vor dem Einzug noch nicht zur begünstigten Wohnung nebst Außenanlagen, so die Richter (Az. 14 K 1141/08 E). Sie teilten damit nicht das Argument des Steuerzahlers, dass der Garten seines aus damaliger Sicht zukünftigen Wohngrundstücks habe bereits zu seinem erweiterten Haushalt gehört.

Für die vorweggenommenen Aufwendungen wird keine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt. Denn unter den Begriff des begünstigten Haushalts ist die Wirtschaftsführung entweder mehrerer in einer Familie zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person zu verstehen. Dabei erstreckt sich der Haushalt nicht nur auf die von Mieter oder Eigentümer zu eigenen Wohnzwecken genutzten Räume, sondern umfasst auch das zu der Wohnung gehörende Grundstück. Entsprechend werden auch Maßnahmen der Gestaltung eines zu einem Haushalt gehörenden Gartens steuerlich gefördert, nicht aber eines Grundstücks, auf dem sich ein Gebäude in Bau befindet.

Die Finanzverwaltung macht bei einem Umzug in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus für die Renovierungsmaßnahmen im neuen Haushalt eine Ausnahme. So gibt es die Steuerermäßigung für den Aufwand bereits, sofern die Maßnahmen in einem engen zeitlichen Zusammenhang zum Umzug stehen. Erfolgen Gartenarbeiten aber schon ein Jahr vor dem geplanten Einzug, kann nicht mehr von einem unmittelbar im Zusammenhang mit dem Wohnungswechsel die Rede sein. Denkbar wäre dies beispielsweise, wenn der neue Hausbesitzer den Gärtner kurz vor dem Fertigstellungs- oder Umzugstermin engagiert. Dann wäre es nicht schädlich, dass er bei Auftragserteilung noch im alten Domizil wohnt.

Quelle: Mandantenbrief – August 2010, < http://www.stb-montag.de/wp-content/uploads/2010/08/mb1008.pdf#page=10'>Seite 9
AM

 


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