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Haushaltsnahe Dienstleistungen: Kein Steuerabzug bei Doppelförderung

04.08.10 (Bauen & Wohnen, Mandantenbrief)

Seit 2009 dürfen 20 Prozent der Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten eines Handwerkers bis maximal 1.200 Euro im Jahr von der Einkommensteuerschuld abgezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Familienstand der Auftraggeber hat und ob die Arbeiten fachmännische Kenntnisse erfordern. Begünstigt sind alle handwerklichen Tätigkeiten für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Räume und Außenanlagen vom Hauseigentümer oder Mieter im Inland sowie im EU-Ausland, also etwa in Spanien, Italien oder Österreich. Sogar Handwerkerleistungen in der eigengenutzten Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung sind absetzbar.

Über das Ende Mai 2010 von der Bundesregierung verabschiedete Jahressteuergesetz 2010 kommt es nun allerdings zu einer neuen Einschränkung. Bislang gilt die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bereits nicht für Maßnahmen, die nach dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW Förderbank durch zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse gefördert werden. Der Sinn dieses Ausschlusses besteht darin, bereits mit öffentlichen Mitteln geförderte Maßnahmen nicht doppelt vom Staat zu begünstigen.

Der Ausschluss wird nun ab Neujahr 2011 auf weitere Förderprogramme ausgeweitet. Das sind zum Beispiel:

– altersgerechtes Umbauen,

– die Förderung energetischer Renovierung,

– Hilfen für die Erhaltung und Modernisierung von Gebäuden oder Gebäudeteilen sowie

– vergleichbare Förderprogramme der Länder, wie etwa in Hamburg für Wärmeschutzmaßnahmen.

Auch dafür werden zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln gewährt. Diese geförderten Maßnahmen werden allgemein und nicht unter spezieller Benennung der Programme aus dem Anwendungsbereich für haushaltsnahe Dienstleistungen im Einkommensteuergesetz herausgenommen. Der Ausschluss der steuerlichen Ermäßigung greift allerdings nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines zinsverbilligten Darlehens oder dem tatsächlichem Erhalt eines steuerfreien Zuschusses. Der bloße Anspruch auf eine solche Förderung verhindert also nicht die Steuerermäßigung.

Hinweis: Um den Steuerabzug zu retten, sollten bereits angedachte Maßnahmen schon 2010 durchgeführt werden. Die Gesetzesänderung ist nämlich erstmals für im Veranlagungszeitraum 2011 geleistete Aufwendungen anzuwenden, soweit die den Aufwendungen zu Grunde liegenden Leistungen nach 2010 erbracht worden sind. Schädlich wäre also eine Arbeit in 2011, nicht aber die Bezahlung der Rechnung in 2011, sofern der Handwerker bereits 2010 aktiv geworden ist.

Quelle: Mandantenbrief – Juli 2010, Seite 17
AM

 


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