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Lohnsteuer-Freibetrag für das Arbeitszimmer

18.12.10 (Arbeit, Ausbildung & Soziales, Mandantenbrief)

Im Rahmen des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens 2011 können sich Arbeitnehmer jetzt wieder einen Freibetrag für ein häusliches Arbeitszimmer auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Nach dem jetzt vom Bundestag verabschiedeten Jahressteuergesetz 2010 können Aufwendungen für das heimische Büro bis zum Höchstbetrag von 1.250 Euro als Werbungskosten berücksichtigt werden. Unverändert sämtliche Raumkosten können geltend gemacht werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet.

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe weist jetzt in einer aktuellen Verfügung darauf hin, wie die Finanzämter bei einem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung wegen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verfahren (Az. S 2365/24 – St 144). Steht beispielsweise Lehrern, Dozenten oder Außendienstmitarbeitern für ihre Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können in diesen Fällen nachgewiesene oder glaubhaft gemachte Aufwendungen bis zu einem Betrag von 1.250 Euro als Werbungskosten berücksichtigt werden. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass das Bundesverfassungsgericht die bisherige gesetzliche Einschränkung für diese Berufsgruppe als unzulässig eingestuft hatte.

Das Abzugsverbot hinsichtlich des häuslichen Arbeitszimmers bei mehr als 50 Prozent beruflicher Nutzung hält das Bundesverfassungsgericht hingegen nicht für verfassungswidrig. An der gesetzlichen Neuregelung ab 2007 wird daher grundsätzlich weiter festgehalten, so dass es keine Werbungskosten gibt weder vorab als Eintrag auf der Lohnsteuerkarte noch anschließend über den Einkommensteuerbescheid.

Aufgrund der Regelung im Jahressteuergesetz 2010, die rückwirkend in offenen Fällen ab 2007 gilt, wird zwischen drei verschiedenen Alternativen unterschieden:

1. Das Arbeitszimmer bildet den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit: Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte in Höhe der geltend gemachten Aufwendungen; keine Begrenzung auf 1.250 Euro.

2. Für die berufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung: Freibetrag in Höhe der geltend gemachten Aufwendungen; jedoch höchstens 1.250 Euro im Jahr.

3. Das Arbeitszimmer wird zu mehr als der Hälfte beruflich genutzt: Berücksichtigung bis höchstens 1.250 Euro aus formalen Gründen im Wege der Aussetzung der Vollziehung. Da dies aber nur bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung Mitte Dezember erfolgt, können Arbeitnehmer hierüber keine dauerhafte Entlastung erzielen.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 15
AM

 


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