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Provisionsanspruch trotz Ersatz-Makler

20.12.11 (Bauen & Wohnen, Mandantenbrief)

Ein Makler, der einem Kaufinteressenten ein Haus gezeigt hat, kann, wenn es danach innerhalb eines zeitlich angemessenen Abstands zum Kauf kommt, eine Provision verlangen. Das gilt auch dann, wenn der Hauseigentümer den Makler nach der Besichtigung durch den Interessenten gewechselt hat und das zum Kauf stehende Objekt vom Käufer über den neuen Makler noch einmal in Augenschein genommen wurde, wie das Coburger Landgericht (LG) klarstellt.

Ende 2008 ließ sich der Beklagte von dem klagenden Makler ein von diesem angebotenes Einfamilienhaus zeigen. Der letzte Kontakt zwischen ihm und dem Makler fand im Februar 2009 statt. Nachdem der Hauseigentümer den Makler gewechselt hatte, sah sich der Beklagte über diesen das Anwesen noch einmal an. Im August 2009 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Der klagende Makler meint, dass es aufgrund seiner Tätigkeit als Makler zu dem Kauf gekommen sei. Der Beklagte geht dagegen davon aus, dass ihm das Vertragsobjekt durch den weiten Makler nachgewiesen worden ist.

Das LG Coburg gab dem Kläger Recht. Zwischen ihm und dem Beklagten sei ein Maklervertrag zustande gekommen. Dem Inserat des Maklers aus dem Jahr 2008 sei zu entnehmen gewesen, dass eine Maklerprovision fällig wird. Die Leistung des Klägers liege darin, dass er dem Beklagten die Besichtigung ermöglicht und den Kontakt zum Verkäufer hergestellt habe.

Diese Tätigkeit sei für den Abschluss des Kaufvertrages auch ursächlich geworden, meint das Gericht. Sofern der Kaufvertragsabschluss dem Nachweis durch den Makler in angemessenem Abstand folge, werde eine solche Ursächlichkeit vermutet. Angesichts eines zeitlichen Abstands von etwa acht Monaten zwischen der ersten Besichtigung und dem Kaufvertrag sah das LG eine (Mit-) Ursächlichkeit für den Abschluss des Kaufvertrags als gegeben an.

Durch die spätere Tätigkeit des zweiten Maklers und dessen Verlangen nach Maklerlohn ändere sich nichts, betonen die Richter. Der zweite Makler hätte wegen der Vorkenntnis des Beklagten von vorneherein keine eigene provisionspflichtige Nachweistätigkeit entfalten können. Der Beklagte habe ja bereits das später gekaufte Haus gekannt.

Landgericht Coburg, Urteil vom 22.03.2011, 23 O 590/10 und Oberlandesgericht Bamberg, Urteil vom 19.08.2011, 6 U 9/1

Quelle: Mandantenbrief – November 2011, Seite 19

 


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