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Solaranlage: Kein Vorsteuerabzug für Zellen auf dem Carport

18.12.10 (Bauen & Wohnen, Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Grundsätzlich darf der Hauseigentümer die komplette Vorsteuer von 19 Prozent aus der Investition in eine Photovoltaikanlage absetzen, selbst wenn der produzierte Solarstrom teilweise für den Eigenverbrauch verwendet wird. Dieses Steuerprivileg gibt es aber nicht mehr für die Kosten einer Carporterweiterung, selbst wenn hierauf die Solarzellen installiert werden sollen. Denn nach dem Urteil vom Finanzgericht Niedersachsen dient die Überdachung in erster Linie dem Unterstellen des eigenen privaten Fuhrparks, was keine unternehmerische Verwendung darstellt (Az. 16 K 377/09). Tenor der Richter: Ein Vorsteuerabzug für eine Carporterweiterung kommt nicht in Betracht, weil diese nur mittelbar etwas mit dem Betrieb der Photovoltaikanlage zu tun hat.

Zwar wird ein privater Immobilienbesitzer durch das Betreiben einer Solaranlage Unternehmer. Doch die Erweiterung des Carport wird nicht für sein Unternehmen ausgeführt. Es fehlt am dafür erforderlichen unmittelbaren und direkten Zusammenhang zwischen der Eingangsleistung und dem Unternehmen. Die Photovoltaikanlage steht nämlich in keinem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit dem Gebäude. Sie stellt für sich ein selbständiges Wirtschaftsgut dar, welches unabhängig von der Dachfläche zum Zweck der Stromerzeugung betrieben werden kann.

Entscheidend ist dabei, dass die Dachfläche nur als Halterung für die Anlage dient, allerdings auch wieder ablösbar ist und damit kein wesentlicher Bestandteil des Gebäudes oder des Carports. Sie behält ihre körperliche und wirtschaftliche Eigenart auch dann, wenn die Überdachung allein im Hinblick auf die beabsichtigte Installation einer Photovoltaikanlage erweitert wird. Denn es kommt nicht auf eine wirtschaftliche Betrachtungsweise an, so die Richter, sondern ausschließlich auf die Zuordnung der Eingangsleistungen durch die Handwerker. Da das erweiterte Carport zum Unterstellen eines privat genutzten Kfz verwendet wird, gibt es keinen Grund für einen Vorsteuerabzug.

Unabhängig vom Urteilstenor bleibt es aber dabei, dass der Betrieb einer Photovoltaikanlage vom Finanzamt grundsätzlich als unternehmerische Tätigkeit eingestuft wird und dies nur nicht für das restliche Privatgebäude gilt. Daher darf der Hauseigentümer die komplette Vorsteuer von 19 Prozent aus der Investition abziehen, selbst wenn der produzierte Solarstrom teilweise in die eigenen vier Wände zur Privatnutzung fließt.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 17
AM

 


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