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Steuerklasse: Eheleute sollten für 2011 optimal wählen

18.12.10 (Angestellte, Ehe, Familie & Erben, Mandantenbrief)

Leben Ehegatten nicht dauernd getrennt und beziehen sie beide Arbeitslohn, können sie für den Lohnsteuerabzug 2011 wählen, ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen oder ob der Besserverdienende nach III und der andere nach V besteuert werden will. Die Steuerklassenkombination III/V lohnt, wenn der in III eingestufte Partner rund 60 Prozent des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Entscheiden sie sich für die Kombination IV/IV, vermeidet das den höheren Steuerabzug beim Gatten mit der Klasse V, dafür zahlt der Partner mit der III mehr.

Alternativ besteht die Möglichkeit, die Kombination IV/IV mit Faktor anstelle von III/V zu wählen. Durch das Faktorverfahren wird erreicht, dass bei jedem Gatten die Steuerentlastungen beim eigenen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden. Der Antrag kann beim Finanzamt formlos durch Vorlage der Lohnsteuerkarte oder in Verbindung mit dem Antrag auf Eintragung eines Freibetrags gestellt werden. Dabei sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne 2011 aus den ersten Dienstverhältnissen anzugeben. Das Finanzamt berechnet danach den Faktor und trägt ihn jeweils zur Steuerklasse IV ein, wenn dieser kleiner als 1 ist. Der Faktor ergibt sich aus der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren, geteilt durch die Summe der Lohnsteuer für die Ehegatten nach Steuerklasse IV. Ein etwaiger Freibetrag wird dann nicht mehr auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, weil er bereits bei der Berechnung der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren berücksichtigt ist.

Mit dem Faktorverfahren nähert sich der Lohnsteuerabzug ziemlich genau der voraussichtlichen Jahressteuerschuld, was höhere Nachzahlungen und Einkommensteuer-Vorauszahlungen vermeidet, die bei der Kombination III/V auftreten können. In solchen Fällen ist die Summe der Lohnsteuer im Faktorverfahren höher als bei III/V und führt grundsätzlich zu einer erheblich anderen Verteilung der Lohnsteuer zwischen den Ehegatten als III/V.

Beim Wechsel der Steuerklasse sollten Ehepaare noch folgende Besonderheiten beachten:

– Die errechnete Lohnsteuer ist zugleich auch Bemessungsgrundlage für den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

– Die Kombination kann auch die Höhe von Ersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Unterhalts-, Kranken-, Übergangs-, Eltern- und Mutterschaftsgeld oder die Höhe des Lohnanspruchs bei Altersteilzeit beeinflussen.

– Eine vor Jahresbeginn getroffene Steuerklassenwahl wird bei der Gewährung von Lohnersatzleistungen von der Agentur für Arbeit grundsätzlich anerkannt. Wechseln Ehegatten im Jahresverlauf die Steuerklassen, können sich bei Leistungen wegen Arbeitslosigkeit eines Gatten unerwartete Auswirkungen ergeben. Deshalb sollten Arbeitnehmer, die mit solchen Lohnersatzleistungen in absehbarer Zeit rechnen, vor der Neuwahl der Steuerklassen die Auswirkung auf die Höhe der Zahlungen beachten.

– Die Lohnsteuerkarten für 2010 mit der entsprechenden Steuerklasse gelten auch 2011 weiter. Auf der „alten“ Karte sind daher die Änderungen einzutragen.

– Ein Steuerklassenwechsel im Laufe des Jahres 2011 kann in der Regel nur einmal bis zum 30.11.2011, beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 19
AM

 


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