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Steuerrecht: Hauseigentümer kann 30 Cent pro km oder 30 Cent pro Entfernungs-km absetzen

18.05.16 (Mandantenbrief)

Vermieter können Fahrkosten zu ihren Vermietungsobjekten im Regelfall mit einer Pauschale von 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend machen. Die ungünstigere Entfernungspauschale von 30 Cent für jeden Entfernungskilometer ist aber dann anzuwenden, wenn ein Vermietungsobjekt ausnahmsweise die „regelmäßige Tätigkeitsstätte“ des Vermieters ist. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) klargestellt. Im Streitfall sanierte der Hauseigentümer mehrere Wohnungen und ein Mehrfamilienhaus und suchte die hierfür eingerichteten Baustellen 165-mal beziehungsweise 215-mal im Jahr auf. Wegen der Vielzahl der Fahrten zu den beiden Objekten kam das Finanzamt zu dem Ergebnis, dass der Immobilieneigentümer am Ort der vermieteten Objekte seine „regelmäßige Tätigkeitsstätte“ habe. Die Fahrkosten durften daher nur in Höhe der Entfernungspauschale vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Denn auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung könne ein Vermieter – vergleichbar einem Arbeitnehmer – am Vermietungsobjekt eine regelmäßige Tätigkeitsstätte haben, wenn er das Objekt nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit fortdauernd und immer wieder aufsuche. Dies sei aufgrund der ungewöhnlich hohen Zahl an Fahrten und der damit praktisch arbeitstäglichen Anwesenheit hier der Fall gewesen. Suche ein Hauseigentümer seine Gebäude allerdings nicht arbeitstäglich auf, sondern in zeitlichem Abstand, etwa zu Kontrollzwecken, bei Mieterwechseln oder zur Ablesung von Zählerständen, so sei „das Vermietungsobjekt nicht der ortsgebundene Mittelpunkt der Vermietungstätigkeit“. Die Fahrkosten könnten dann nach den lohnsteuerlichen Grundsätzen mit 30 Cent je gefahrenen Kilometer geltend gemacht werden. (BFH, IX R 18/15) – vom 01.12.2015

 


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