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Steuerrecht: Wer Steueraufwand auf 30 Prozent „drücken“ will, muss „betrieblich“ vorgehen

04.02.16 (Alle Steuerzahler, Tagestipp)

Unternehmer müssen – je nach Einkommenshöhe – Steuern von bis zu 42 Prozent ihres steuerpflichtigen Einkommens an den Fiskus überweisen. Für Einnahmen abzüglich Betriebskosten über einer bestimmten Höhe sieht das Gesetz einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent vor. Das ist die sogenannte Reichensteuer. Ein Vorstandsvorsitzender richtete eine Jubiläumsfeier und eine Incentive-Reise für Geschäftsfreunde aus. Da in solchen Fällen eine 35-Euro-Grenze pro „Empfänger“ und „pro Jahr“ gilt, andernfalls die Empfänger die empfangene Wohltat selbst versteuern müssen, darf der Spender den Gesamtaufwand für sie pauschal versteuern, und zwar mit 30 Prozent. Das bewahrt ihn von der an sich in Höhe von 42 und gegebenenfalls 45 Prozent anfallenden Steuer, da er den Aufwand nicht von seinem steuerpflichtigen Einkommen herunterrechnen darf. Der Vorstandsboss stieß aber beim Finanzamt und auch beim Bundesfinanzhof mit seiner Handhabung der Veranstaltung auf Granit: Die Pauschalierung sei nicht möglich, da zum eigenen Betrieb „kein Veranlassungs-Zusammenhang“ bestanden habe. Er hatte nämlich die Feier aus seinem Privatvermögen finanziert. Und das wurde mit 42/45 Prozent versteuert… Pech gehabt. (BFH, VI R 47/12) – vom 12.12.2013

 


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