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Tagesmutter: Neue Steuerregeln ab 2009

29.06.09 (Alle Steuerzahler)

(Val) Ab 2009 müssen Tagesmütter ihre Einnahmen abzüglich der Betriebsausgaben versteuern, wenn sie die Gelder über die Kommune oder das Jugendamt erhalten. Die vorherige Steuerfreiheit für die Betreuung von bis zu fünf Kindern gleichzeitig wurde ab dem laufenden Jahr gestrichen. Zahlen die Eltern eine Tagesmutter hingegen privat, waren diese Einnahmen auch schon zuvor in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Vielen Betreuungskräften ist gar nicht bewusst, dass sie jetzt steuerpflichtige Einkünfte aus selbstständiger Arbeit erzielen und die Differenz aus Betriebseinnahmen und – ausgaben als Gewinn dem Finanzamt melden müssen. Dabei kommt es nun zu einer Gleichstellung zwischen privaten und öffentlichen Auftraggebern.

Das Bundesfinanzministerium hat jetzt ein aktuelles Schreiben hinsichtlich der Neuregelung veröffentlicht (Az. IV C 6 – S 2246/07/10002), das neue Details zu den bisher bereits ergangenen Erlassen für die Tagespflege beinhaltet. Insbesondere sind hierbei folgende sechs Punkte zu beachten: Erhält die Tagespflegeperson eine laufende Geldleistung neben der Erstattung des Sachaufwands, ist diese Zahlung als steuerpflichtige Einnahme aus freiberuflicher Tätigkeit einzustufen. Dies gilt unabhängig von der Anzahl der betreuten Kinder und ob die Mittel von privaten oder öffentlichen Auftraggebern stammen. Die Steuerfreistellungen für Übungsleiter oder öffentliche Mittel zur Erziehung sind für Tagesmütter nicht anwendbar. Betreut die Tagespflegeperson den Nachwuchs jedoch in dessen Familie nach Weisungen der Eltern, wird sie in der Regel als Arbeitnehmer eingestuft. Das hat zur Folge, dass Vater oder Mutter als Arbeitgeber gelten und Lohnsteuer abzuführen haben. In diesem Fall eines Arbeitnehmerverhältnisses greift die Steuerbefreiung für Geldleistungen aus öffentlichen Mitteln noch, allerdings nur für vor 2009 erbrachte Betreuungsleistungen, die nach 2008 ausgezahlt werden.

Bei der Ermittlung der Einkünfte aus selbständiger Arbeit darf aus Vereinfachungsgründen anstelle der tatsächlichen Betriebsausgaben von den erzielten Einnahmen eine Betriebsausgabenpauschale von 300 Euro pro Kind und Monat abgezogen werden. Diesem Betrag liegt eine wöchentliche Betreuungszeit von 40 Stunden zugrunde. Soweit die tatsächlich vereinbarte Zeit hiervon abweicht, muss die Pauschale zeitanteilig gekürzt werden. Das berechnet sich nach der Formel: 300 Euro x Wochenbetreuung (max. 40 Stunden) geteilt durch 40 Stunden. Ist die Tagesmutter beispielsweise aufgrund von Urlaub, Krankheit, Fortbildung oder anderen Ereignissen an ihrer Betreuungsarbeit gehindert, kann die Betriebsausgabenpauschale nur dann abgezogen werden, wenn das Betreuungsgeld für diese Fehlzeiten weiter gezahlt wird.

Findet die Betreuung im Haushalt der Eltern oder in von diesen kostenlos zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten statt, gibt es keine Pauschale. Allerdings kann die Tagesmutter dann den tatsächlichen Aufwand absetzen.

 


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