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Übungsleiterpauschale gilt ab 2011 auch für Betreuer

18.12.10 (Arbeit, Ausbildung & Soziales, Mandantenbrief)

Über das am 29. Oktober von Bundestag beschlossene Jahressteuergesetz 2010 kommt es zu einer neuen Steuerfreistellung für ehrenamtliche Betreuer. Sie können ab 2011 den Übungsleiterpauschbetrag von 2.100 Euro im Jahr verwenden. Das gilt nicht nur für rechtliche Betreuer, sondern auch Vormünder und Pfleger.

Diese Personengruppe können ihre Auslagen entweder in Form der Einzelabrechnung oder als jährliche Pauschale in Höhe von 323 Euro geltend machen, wobei diese bei mittellosen Betreuten aus der Staatskasse zu zahlen ist. Bislang konnten sie den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag von 500 Euro nutzen. Der übersteigende Betrag gehört zu den steuerpflichtigen sonstigen Einkünften, soweit er oberhalb von 256 Euro liegt. Übernimmt ein engagierter Bürger mehrere ehrenamtliche Betreuungen, muss er somit derzeit einen Teil der Aufwandspauschale versteuern oder alle Einzelausgaben zum Nachweis seiner Werbungskosten festhalten. Damit muss er über jeden Besuch, Behördengang und jede weitere Tätigkeit für den betreuten Menschen einen Nachweis führen, um die Steuerlast möglichst gering zu halten.

Diese Arbeit soll durch die auf 2.100 Euro erhöhte Pauschale vermieden werden und den Finanzämtern für die Kontrolle der Nachweise Prüfaufwand ersparen. Angesichts der steigenden Zahl rechtlicher Betreuungen sind die Länder auf dieses ehrenamtliche Engagement angewiesen, wenn sie die Ausgabensteigerungen im Betreuungswesen eingrenzen wollen. Die Alternative ist die vermehrte Bestellung von Berufsbetreuern. Während die ehrenamtliche Betreuung die Staatskasse lediglich pauschal 323 Euro kostet, liegen die Ausgaben bei einer Berufsbetreuung im ersten Jahr bei der höchsten Vergütungsstufe zwischen 1.848 und 2.970 Euro.

Allerdings gilt die neue Steuervergünstigung erst bei Zahlungen ab dem Folgejahr für ehrenamtliche Vormünder, rechtliche Betreuer und Pfleger. Werden Bürger jedoch für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke aktiv, können sie den Freibetrag für Übungsleiter von 2.100 Euro auch schon 2010 nutzen. Damit können beispielsweise Betreuer im Jugend- und Sportbereich monatlich 175 Euro steuerfrei kassieren. Gleichzeitig unterliegen die Einnahmen nicht der Sozialversicherung. Darüber hinaus kann die gemeinnützige Institution im Rahmen eines Mini-Jobs bis zu 400 Euro monatlich zahlen. Insgesamt fallen dann beim Übungsleiter auf bis zu 575 Euro monatlich keine Abgaben an.

Den Freibetrag von 2.100 Euro jährlich gibt es für nebenberufliche Tätigkeiten, die im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienenden Einrichtung ausgeübt wird. Diese Steuerbefreiung gilt für Personen, die nebenberuflich als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer tätig sind oder die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen übernommen haben. Die Vergünstigung gilt auch für künstlerische Tätigkeiten, etwa von Kirchenmusikern, Chorleitern oder etwa Orchesterdirigenten, die nebenberuflich bei kulturellen Veranstaltungen eines gemeinnützigen Vereins auftreten. Begünstigt sind auch Vorträge an Volkshochschulden oder die Leitung von Schwimmunterricht und Erste-Hilfe-Kursen.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 15
AM

 


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