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Vermittlungsprovision für Kapitalversicherung wirkt sich steuermindernd aus

05.07.10 (Kapitalanleger, Mandantenbrief, Verbraucher, Versicherung & Haftung)

Gebühren für die Vermittlung einer ab 2005 abgeschlossenen fondsgebundenen Kapitallebensversicherung sind keine vorweggenommenen Werbungskosten bei den Kapitaleinkünften. Es handelt sich dabei nämlich nach dem Urteil vom Finanzgericht Niedersachsen um Anschaffungsnebenkosten, die der Vermögens- und nicht der Erwerbssphäre zuzuordnen sind (Az. 11 K 85/08). Dieser auf den ersten Blick negative Tenor wirkt sich insoweit günstig aus, dass es im Rahmen der Abgeltungsteuer ab 2009 zu einem Wegfall der Werbungskosten bei der privaten Geldanlage gekommen war und die Provisionen daher ohnehin nicht absetzbar gewesen sind.

Die Vermittlungsgebühren sind jetzt als Teil der entrichteten Beiträge erst später zu berücksichtigen, bei Fälligkeit oder vorzeitiger Kündigung der Police. Dann gilt als steuerliche Bemessungsgrundlage die Differenz zwischen der erhaltenen Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beiträge. Die Vermittlungsgebühr erhöht also die Summe der entrichteten Beiträge und führt somit dazu, dass sich im Zeitpunkt der Leistung aus der fondgebundenen Lebensversicherung der zu versteuernde Betrag entsprechend verringert. Dies gilt sowohl für Vermittlungsprovisionen, die an die Versicherung selbst gezahlt werden, als auch für die Beträge, die ein Versicherungsnehmer aufgrund eines gesonderten Vertrages unmittelbar an einen Dritten als Vermittler erbringt.

Grundsätzlich unterliegen nach 2004 abgeschlossene Kapitallebensversicherungen – sogenannte Neupolicen – bei Fälligkeit, Verkauf oder Kündigung mit der Differenz zwischen Auszahlung und Summe der Prämien und Vermittlungsgebühren dem pauschalen Abgeltungssatz von 25 Prozent, unabhängig von der eigenen Progression und der Höhe der Kapitaleinnahmen. Das ist im Gewinnfall positiv, denn die Auszahlung auf einen Schlag führt nicht mehr zum Progressionssprung für das übrige Einkommen.

Alternativ unterliegt die positive Differenz zwischen Auszahlung und Prämiensumme zur Hälfte dem individuellen Steuersatz, sofern bei Kündigung oder Fälligkeit die beiden Kriterien Laufzeit mindestens zwölf Jahre und Alter ab 60 eingehalten werden. Insoweit brachte die Abgeltungsteuer keine Veränderungen. Die Versicherung hält bei Auszahlung 25 Prozent Kapitalertragsteuer von den vollen positiven Kapitaleinnahmen ein, über die Veranlagung erfolgt dann die Korrektur über das Finanzamt.

Sofern es hingegen – etwa bei vorzeitiger Kündigung – zu negativen Kapitaleinnahmen kommt, sind diese mit anderen Kapitaleinkünften wie Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen verrechenbar. Da Sparer in der Regel bei Versicherungen keine Depots unterhalten, kann dieser Ausgleich nicht sofort über das Institut erfolgen. Der Anleger muss dies über die Veranlagung nachholen, indem er hier über Banken erzielte positive Kapitaleinnahmen erklärt und die einbehaltene Abgeltungsteuer insoweit erstattet wird.

Quelle: Mandantenbrief – Juni 2010, Seite 8
AM

 


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