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Verschiedene Abgabefristen für die Steuererklärungen 2010

01.02.11 (Alle Steuerzahler, Mandantenbrief)

Viele Bürger schieben die Abgabe der Steuererklärung auf die lange Bank. Andere wiederum haben es besonders eilig mit der Steuererklärung für das gerade abgelaufene Jahr. Grundsätzlich müssen Bürger und Unternehmen ihre Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung sowie Personengesellschaften ihre Feststel-lungsformulare für 2010 bis zum 31. Mai 2011 bei ihrem Wohnsitz-oder Betriebsstätten-Finanzamt eingereicht haben. Doch diese allgemein bekannte Frist lässt sich leicht verlängern. Das ergibt sich aus einem Schreiben, das von den Finanzministerien der Länder am 3. Januar 2011 offiziell veröffentlicht worden ist.

Wer seine Erklärungen vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, hat bis Silvester des laufenden Jahres Zeit. In begründeten Einzelfällen wird die Frist sogar bis Ende Februar 2012 verlängert. Aber die Finanzämter können auch vorab auf die Formulareinreichung pochen. Anlass hierfür sind beispielsweise die Erwartung von hohen Nachzahlungen oder wenn es im Vorjahr zu einer hohen Abschlusszahlung gekommen war, Verluste bei Gesellschaften, zuvor verspätet oder nicht abgegebene Steuererklärungen, Anpassung der nachträglichen Vorauszahlungen in den Vorjahren aufgrund der Erklärungsabgabe oder mangelnde Arbeitsbelastung der Finanzbeamten.

Allerdings muss die Behörde diese vorzeitige Anforderung mit ange-messener Frist anmelden. Eine Besonderheit gilt für die Umsatzsteuer, wenn die Geschäftstätigkeit 2010 eingestellt wurde. Hier ist die Jahreserklärung einen Monat nach Beendigung abzugeben.

Auch wer keine steuerliche Hilfe von Experten in Anspruch nimmt, kann den Termin Ende Mai 2011 verlängern lassen. Auf Antrag gewährt der Fiskus nämlich in der Regel einen Aufschub bis zum 30. September, und dies ohne besondere Begründung. Darüber hinaus müssen Steuerzahler aber schon stichhaltige Argumente für eine terminliche Verlängerung vorbringen, die nur in Ausnahmefällen akzeptiert wird.

Ohne diese Besonderheiten dürfen Arbeitnehmer freiwillig eine Erklärung einreichen, bis zum Eintritt der Verjährung. Sie können eine sogenannte Antragsveranlagung durchführen. Das gilt für Arbeitnehmer, von denen das Finanzamt keine Nachzahlung über die Erklärung erwartet. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Arbeitnehmer Nebeneinkünfte haben, ein Jobwechsel stattgefunden hat oder auf der Lohnsteuerkarte 2010 die Steuerklasse V oder bei Ehegatten die Klasse IV/IV nach dem Faktorverfahren vermerkt ist.

Hinweis: Wer die Steuererklärung nicht oder verspätet beim Finanzamt einreicht und auch den Antrag auf Verlängerung der Abgabe versäumt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Dieser ergeht zusammen mit dem Steuerbescheid. Der Zuschlag dient dem Finanzamt als Druckmittel, damit die Formulare künftig pünktlich kommen.

Quelle: Mandantenbrief – Februar 2011, Seite 4
AM

 


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