Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH

Steuerberater in Frankfurt

Experten-Branchenbuch.de .:. Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH, Steuerberater Frankfurt
Teilen Sie diesen Artikel

Werbungskosten: Zahlungen durch Dritte zählen nicht immer

03.05.10 (Angestellte, Mandantenbrief)

Beauftragen die Eltern einen Handwerker mit Renovierungsarbeiten am Miets- oder Geschäftshaus ihres Kindes und zahlen sie anschließend die Rechnung, darf der Nachwuchs die Kosten bei der Steuer absetzen. Denn auch Aufwendungen durch Dritte können zu Werbungskosten oder Betriebsausgaben führen, da solche Vorgänge im Rahmen eines so genannten abgekürzten Zahlungsweges nicht anders behandelt werden, als wenn Dritte wie etwa Eltern oder andere Verwandte das Geld zunächst verschenken und der Hausbesitzer oder Unternehmer die Erhaltungsmaßnahmen an der Miet- oder Geschäftsimmobilie anschließend über diese erhaltenen Mittel selbst zahlt. Begleicht also der Vater die Handwerkerrechnung, kann sie sein Sohn in der Steuererklärung einreichen und bei den Mieteinkünften mindernd geltend machen.

Anders sieht es nach dem Urteil vom Finanzgericht Niedersachsen aber aus, wenn beispielsweise der Vater für seinen Sohn einen Mietvertrag abschließt und die Rate monatlich vom eigenen Konto überweist (Az. 1 K 405/05). Dann kann der Sohn die Kosten nicht im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend machen, auch wenn er das Domizil in der Nähe seines Arbeitsplatzes nutzt. Denn die Grundsätze zum abgekürzten Vertrags- oder Zahlungswegs gelten nicht mehr, wenn ein Dritter auf eigenen Namen einen Mietvertrag abschließt und er die Wohnung dann jemand anderem überlässt. Denn in einem solchen Fall begleicht der Vater seine eigene Schuld, weil er Vertragspartner des Vermieters ist und die Mietvereinbarung ausschließlich den Vater berechtigt und verpflichtet.

Der steuerliche Abzug beim abgekürzten Vertragsweg gelingt generell nicht bei Krediten, Miete oder Pacht. Denn anders als bei Werkverträgen mit Handwerkern oder Bauunternehmern sind solche normalen Dauerschuldverhältnisse darauf gerichtet, Leistung in zeitlich aufeinander folgenden Raten zu erbringen. Hier zählt die Vertragsabwicklung durch Dritte steuerlich nicht. Daher sollte hier mit Blick auf den Fiskus der Umweg gegangen werden, dass Gelder zuerst verschenkt werden und der Hausbesitzer oder Selbstständige dann die Vertragsmodalitäten mit der Bank oder einem Vermieter in Eigenregie übernimmt.

Hinweis: Die gleiche negative Konsequenz droht bei Aufwendungen, die Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen darstellen. Daher sind Spenden oder Krankheitskosten im Fall des abgekürzten Vertragswegs ebenfalls nicht absetzbar. Sofern sich nicht Ehegatten gegenseitig unter die Arme greifen.

Quelle: Mandantenbrief – Mai 2010, Seite 9

 


Die Steuerberater der Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH beraten steuerlich und erstellen für Sie die Erklärungen zur Einkommensteuer (Privatpersonen, freie Berufe, Selbständige, Arbeitnehmer, Rentner), Körperschaftsteuer (Aktiengesellschaft, GmbH), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, Erstellen Lohnabrechnungen, Finanzbuchhaltung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss, vertreten Sie vor Finanzgericht und im Steuerstrafverfahren und erstellen steuerliche Selbstanzeige bundesweit