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Aktienumwandlung: Fiskus verlangt keine Abgeltungsteuer

29.04.10 (Kapitalanleger, Mandantenbrief)

Beschließt eine Aktiengesellschaft die Umwandlung der bisherigen Inhaber- in Namensaktien, so ist das kein steuerpflichtiger Vorgang. Das hat das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Erlass klargestellt (Az. IV C 1 – S 2252/08/10004). Diese Regelung wird jetzt vor allem die rund 60.000 Aktionäre von Europas größtem Sportartikelkonzern Adidas erfreuen. Die sollen nämlich auf der Hauptversammlung am 6. Mai 2010 die Umwandlung der Inhaber- in Namensaktien beschließen.

Nach Ansicht des Fiskus hat ein solcher Umtauschvorgang lediglich eine Modifikation der bestehenden Mitgliedschaftsrechte der Aktionäre zur Folge und ist steuerlich daher nicht als Tausch der alten in neue Aktien anzusehen. Damit löst diese Umstellung keine Abgeltungsteuer aus. Sobald die neuen Anteile als Stammaktien die vorherigen Titel im Depot ablösen, kommt es also weder zur Veräußerung der Inhaber- noch zu einer Neuanschaffung der Namensaktien. Die Depotbank überträgt den ehemals gezahlten Kaufpreis einfach nur auf die neuen Titel. Das hat den großen Vorteil, dass der Bestandschutz für vor 2009 gekaufte Aktien nicht verloren geht. Damit bleibt der Gewinn aus einem späteren Verkauf steuerfrei und der realisierte Verlust lässt sich steuerlich nicht nutzen.

Eine solche Umwandlung von Inhaber- in Namensaktien wie in Kürze bei Adidas hat vor allem das Ziel, dass die Gesellschaft genau wissen möchte, welchen Aktionären das Unternehmen tatsächlich gehört, wie viele Aktien der einzelne Anleger hält und wo er wohnt. Damit ist das Unternehmen künftig auch über Änderungen in der Eigentümerstruktur schnell informiert und kann sich auch postalisch an seine Anteilseigner wenden. Durch diese größere Transparenz lässt sich auch die Gefahr eines überraschenden Übernahmeversuchs früher erkennen, sodass noch rechtzeitig Gegenwehrmaßnahmen ergriffen werden können.

Bei einer Inhaberakte bleiben Name und Anschrift anonym. Die AG weiß somit nicht, wer ihre Besitzer sind. Bei Namensaktien wird beim Aktienkauf der Name des Erwerbers der Gesellschaft mitgeteilt und in das Aktionärsbuch eingetragen. In der Praxis übernimmt das Kreditinstitut die Pflicht, die Namen der jeweiligen Eigentümer der Gesellschaft mitzuteilen. Darüber hinaus gibt es auch noch vinkulierte Namensaktien. Hier darf die Gesellschaft kontrollieren, wer ihre Aktien kauft, und sogar den Erwerb einem kaufbereiten Investor verbieten.

Quelle: Mandantenbrief – Mai 2010, Seite 7


 


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