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Aktienverluste: Abschreibungspotential in der Bilanz für 2010

18.12.10 (Mandantenbrief, Unternehmer, Wirtschaft, Wettbewerb & Handel)

Haben Unternehmer im Betriebsvermögen Aktien als Finanzanlagen zur Stärkung der Liquidität, kommt im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten für 2010 eine Gewinn mindernde Teilwertabschreibung auf den Kurs zum Bilanzstichtag in Betracht, sofern der unter den ehemaligen Anschaffungskosten liegt und bis zur anschließenden Bilanzaufstellung keine konkreten Anhaltspunkte für eine baldige Wertaufholung vorliegen. Dieses Abschreibungspotential kommt nach dem Anfang November 2010 vom Finanzgericht Münster veröffentlichten Urteil in Betracht, wenn die Wertminderung bei Aktien voraussichtlich dauernd ist (Az. 9 K 3466/09 K).

Zwar darf in der Bilanz nicht jede Wertveränderung sofort nachvollzogen werden. Denn bei Aktien ist ein Absinken des Börsenkurses innerhalb einer bestimmten Bandbreite noch als Ausdruck einer nur vorübergehenden Wertschwankung mit Erholungspotential anzusehen. Daher erlauben die Richter eine Wertabschreibung in zwei Fällen:

1. Der letzte Börsenkurs des Jahres 2010 liegt um mindestens 20,01 Prozent unter dem ehemaligen Kaufpreis.

2. Sowohl der Börsenjahresendkurs 2010 als auch der aus 2009 liegen um mehr als 10,01 Prozent unter dem Anschaffungspreis.

Hat sich der Kurs allerdings in den Folgemonaten bis zur Bilanzaufstellung wieder erholt, darf maximal dieser höhere Kurs ausgewiesen werden.

Beispiel: Aktien wurden im Jahr 2009 zu 100 Euro erworben. Die Jahresendkurse lagen Ende 2009 und Ende 2010 bei jeweils 85 Euro und zur Bilanzaufstellung im Mai 2011 notiert der Kurs bei 89 Euro. Die Teilwertabschreibung darf erfolgen. Zwar liegt der Kurs 2010 nicht unter 20 Prozent des Kaufpreises, aber beide Jahresendkurse um mehr als zehn Prozent darunter. Also darf eine Abschreibung auf 89 Euro – Kurs bei Bilanzerstellung – erfolgen.

Für den anstehenden Jahresabschluss müssen Unternehmer also zwei verschiedene Vergleiche durchführen, sofern die im Kurs gefallenen Aktien bereits an Silvester 2009 zum Betrieb gehörten.

Hinweis: Die Finanzverwaltung akzeptiert bislang nur doppelt so hohe Kurseinbrüche, also einmalig mehr als 40 und an zwei Stichtagen mehr als 20 Prozent. Dies halten die Richter aber für überzogen. Dennoch ist das
Urteil noch nicht rechtskräftig. Denn das Finanzamt hat unter Az. I R 89/10 Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Dort ist nun zu klären, ob eine Teilwertabschreibung nur bei massiven Kurseinbrüchen möglich ist oder ob bereits rote Zahlen ausreichen, die über die üblichen Wertschwankungen hinaus gehen.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 29
AM


 


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