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Anlegerverluste durch Knock-out-Schwelle

19.10.10 (Kapitalanleger, Mandantenbrief)

Erleidet ein Anleger mit Optionsscheinen oder Zertifikaten vor Fälligkeit durch die Überschreitung der sogenannten Knock-out-Schwelle einen Verlust, kann der steuerlich nicht geltend gemacht werden. Nach dem aktuellen Beschluss vom Bundesfinanzhof stellt der Verfall eines Knock-out-Produktes vor Endfälligkeit durch die bloße Überschreitung der Knock-out-Schwelle keinen Tatbestand im Sinne des Einkommensteuergesetzes dar. Daher lässt sich ein Minus nur dann absetzen, wenn der Inhaber der Wertpapiere durch vorzeitige Beendigung seines Rechts einen Differenzausgleich erlangt oder die Titel vor dem wertlosen Verfall verkauft

(Az. IX B 110/09). Hieran fehlt es, wenn der Wertpapierinhaber die Option verfallen lässt. Ob der Wertverfall des Produkts auf ein bewusstes „Auslaufen lassen“ der Laufzeit oder das Über- bzw. Unterschreiten der Knock-out-Schwelle beruht, ist insoweit ohne Bedeutung, betonen die Richter.

Solche Knock-out-Produkte sind spezielle Terminkontrakte, die mit begrenzter oder unbegrenzter Laufzeit angeboten werden. Der Anleger kann sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse von Aktien, Indizes, Branchen, Länderregionen, Zinsen, Rohstoffen oder Währungen setzen. Wegen der ausgeprägten Hebelwirkung von Knock-out-Produkten kann der Anleger überproportional an der Entwicklung des Basiswertes partizipieren; die Hebelwirkung ergibt sich daraus, dass das Hebelprodukt wesentlich weniger kostet als der Basiswert. Wird ein solches Knock-out-Produkt vorzeitig fällig, weil der Kurs des Basiswertes die jeweilige Knock-out-Schwelle berührt oder unter- bzw. überschreitet, verfällt das Wertpapier als wertlos.

In diesem Fall kann der Wertpapierinhaber indes keinen Vorteil mehr erlangen, der auf dem Termingeschäft beruht. Damit ist der Tatbestand einer Steuervorschrift dann nicht erfüllt. Der Tenor ist sowohl auf Geschäfte in früheren Jahren innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist als auch auf Vorgänge im Rahmen der Abgeltungsteuer anwendbar. In beiden Fällen lassen sich die Totalverluste nicht mit steuerpflichtigen Einnahmen verrechnen. In einem solchen Fall bietet es sich an, den drohenden Totalverlust durch einen vorzeitigen Verkauf zu vermeiden. Werden die Produkte noch für ein paar Cent über die Börse abgestoßen, lässt sich der Verlust steuerlich verwenden und mit positiven Kapitaleinnahmen verrechnen. Allerdings sollte die Zeitdifferenz zwischen Verkauf und dem wertlosen Verfall zumindest eine Woche betragen. Sonst geht der Fiskus von Gestaltungsmissbrauch aus.

Quelle: Mandantenbrief Oktober 2010, Seite 7
AM


 


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