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Arbeitslohn in Fremdwährung: Umrechnung muss nicht taggenau erfolgen

08.04.10 (Arbeit, Ausbildung & Soziales)

Umrechnungsmaßstab für Einkünfte eines Steuerpflichtigen in einer fremden Währung ist, soweit vorhanden, der auf den Umrechnungszeitpunkt bezogene Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank. Lohnzahlungen sind bei Zufluss des Arbeitslohns anhand der von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten monatlichen Durchschnittsreferenzkurse umzurechnen. Eine taggenaue Umrechnung ist nicht erforderlich. Dies hat der Bundesfinanzhof im Fall von Eheleuten entschieden, die beide in Deutschland wohnten, aber in der Schweiz als Arbeitnehmer arbeiteten. Strittig war, nach welchem Wechselkurs ihr in Schweizer Franken vereinnahmter Arbeitslohn in Euro umzurechnen war.

Der BFH entschied, dass nicht der gesamte Jahresarbeitslohn nach dem Jahresdurchschnitt der Euro-Referenzkurse des Streitjahres umgerechnet werden dürfe. Bei einer Umrechnung der Jahreseinnahmen nach dem Jahresdurchschnitt würden Geldwertschwankungen der Fremdwährung zum Euro ausgeglichen. Diese Vermögensmehrungen oder -einbußen stünden jedoch in keinem Veranlassungszusammenhang mit der Einkunftsquelle nichtselbstständiger Arbeit. Sie seien vielmehr Folge eines Fremdwährungsguthabens.

Die Einnahmen der Steuerpflichtigen in fremder Währung seien vielmehr im Zeitpunkt des Zuflusses in Euro zu bestimmen. Nur insoweit werde die durch die Gehaltszahlung vermittelte Leistungsfähigkeit des Steuer-pflichtigen in Euro zutreffend erfasst. Hier sei eine monatliche Betrachtungsweise geboten, da die Eheleute ihre Gehälter jeweils zum 25. oder 26. eines Monats erhalten hätten.

Die monatlichen Gehaltszahlungen müssten jedoch nicht taggenau abgerechnet werden, betont der BFH. Zwar würde dadurch die tatsächliche Vermögensmehrung der Eheleute in Euro so genau wie möglich abgebildet. Eine auf den Tag genaue Umrechnung der Schweizer Franken in Euro sei aber wegen der vielen Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiteten, aber in Deutschland wohnten, für die Verwaltung nicht praktikabel. Aus Vereinfachungsgründen sei dem Spannungsverhältnis zwischen taggenauer Richtigkeit und Verwaltungspraktikabilität durch den Ansatz monatlicher Durchschnittswerte der Europäischen Zentralbank Rechnung zu tragen.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 03.12.2010, VI R 4/08

Quelle: Mandantenbrief – April 2010, Seite 15


 


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