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Arbeitszimmer: So geht die Finanzverwaltung vor

21.10.10 (Arbeit, Ausbildung & Soziales, Mandantenbrief)

Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch steuerlich abziehbar sein müssen, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Von der rückwirkend ab 2007 angeordneten Gesetzesänderung profitieren vor allem Lehrer, Dozenten und Außendienstler.

Das Bundesfinanzministerium hat sich nun dazu geäußert, wie bis zur endgültigen Verabschiedung der geforderten Neuregelung durch den Gesetzgeber verfahren wird (Az. IV A 3 – S 0338/07/10010-03). Hierbei sind sieben Fälle von Bedeutung:

1. Soweit Einkommensteuerbescheide hinsichtlich der Anwendung der Neuregelung zur Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vorläufig ergangen sind, ist zur Berücksichtigung dieser Aufwendungen bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung grundsätzlich nichts zu veranlassen.

2. Beantragt ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger ausdrücklich, einen vorläufig ergangenen Steuerbescheid im Vorgriff auf die Neuregelung zu ändern und dabei Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer zu berücksichtigen, weil ihm für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, bestehen keine Bedenken dagegen, einen vorläufigen Steuerbescheid zu erlassen, in dem die Aufwendungen bis zu einem Betrag von 1.250 Euro als Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers und die Höhe der zu berücksichtigenden Aufwendungen nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden.

3. Wird ein Steuerbescheid aus anderen Gründen geändert oder berichtigt, bleibt der bereits vorhandene Vorläufigkeitsvermerk mit leichten redaktionellen Hinweisen erhalten.

4. Wurde im Einspruchsverfahren gegen Einkommensteuerbescheide ab 2007 unter Berufung auf das beim Bundesverfassungsgericht anhängig gewesene Verfahren ein ruhender Rechtsbehelf beantragt, geschieht dies weiterhin bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung. Eine im Einspruchsverfahren gewährte Aussetzung der Vollziehung gilt unverändert weiter.

5. Die erstmalige Bearbeitung von Steuererklärungen, in denen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht werden, weil für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wäre grundsätzlich bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung zurückzustellen. Aus verwaltungsökonomischen Gründen können die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung vorläufig abgesetzt werden. Auch hier werden nur nachgewiesene oder glaubhaft gemachte Aufwendungen bis zu einem Betrag in Höhe von 1.250 Euro als Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt. Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit, ist nach wie vor ein unbegrenzter Abzug der entstanden Kosten möglich.

6. Wird das Arbeitszimmer zu mehr als 50 Prozent der gesamten betrieblich oder beruflich Tätigkeit genutzt und steht ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, ist weiterhin kein Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer möglich. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sind Beschränkungen der Absetzbarkeit für ein häusliches Arbeitszimmer auch bei einer überwiegend betrieblich oder beruflich Nutzung des Arbeitszimmers verfassungsrechtlich unbedenklich.

Quelle: Mandantenbrief Oktober 2010, Seite 15
AM


 


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