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Betriebsausgaben: Abzug bei einem Sprachkurs im Ausland

19.09.11 (Mandantenbrief, Unternehmer)

Aufwendungen eines Arbeitnehmers, Unternehmers oder Freiberuflers für einen Fremdsprachenkurs im Ausland können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu berücksichtigen sein, auch wenn dieser nur Grundkenntnisse oder allgemeine Kenntnisse in einer Fremdsprache vermittelt, diese aber für die betriebliche Tätigkeit ausreichen. Denn nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs sind Aufwendungen für die berufliche Fortbildung dienenden Reisen grundsätzlich abziehbar, wenn sie durch den Betrieb veranlasst sind (Az. VI R 12/10).

Findet der Fortbildungslehrgang zum Erwerb oder zur Vertiefung von Fremdsprachenkenntnissen nicht am Wohnort des Arbeitnehmers oder Selbstständigen in dessen Nähe statt, muss aber geprüft werden, ob neben den reinen Kursgebühren auch die Aufwendungen für die mit dem Sprachkurs verbundene Reise betrieblich oder beruflich veranlasst und demzufolge abziehbar sind. Bei einer Sprachreise ist zu berücksichtigen, dass eine Fremdsprache in dem Land, in dem sie gesprochen wird, im Allgemeinen effizienter als im Inland zu erlernen sein wird. Daher kann nicht darauf abgestellt werden, dass ein Besuch von Sprachkursen im Inland den gleichen Erfolg hätte haben können. Das gilt auch für die Tatsache, dass ein Auslandsaufenthalt erhöhte Kosten verursachen kann.

Liegt kein ausschließlicher beruflicher Anlass zugrunde, sind die mit dem Sprachkurs verbundenen Reisekosten aufzuteilen. Als sachgerechter Aufteilungsmaßstab für Kosten einer solchen gemischten Reise kommt grundsätzlich das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise in Betracht. Allerdings darf bei Sprachreisen der touristische Wert des Aufenthalts nicht unbeachtet bleiben.

Anders als bei sonstigen Fortbildungsveranstaltungen besteht bei Sprachreisen für die Wahl des auswärtigen Kursortes regelmäßig keine unmittelbare betriebliche Veranlassung und wird auch von privaten, in der Regel touristischen Interessen des Unternehmers bestimmt sein. Davon ist nach Ansicht der Richter beispielsweise auszugehen, wenn die Teilnahme an einem Kurs in englischer Sprache in weit entfernten Regionen (im Urteilsfall Südafrika) stattfindet. Dies ist außergewöhnlich und indiziert bereits, dass jemand die Reisekosten auch aus privaten Erwägungen auf sich genommen hat. Daher kann auch bei einem Intensivsprachkurs, der unter der Woche wenig Zeit für touristische Aktivitäten belässt und diese deshalb im Wesentlichen auf das Wochenende beschränkt sind, eine Aufteilung der mit dem auswärtigen Aufenthalt verbundenen Kosten gerechtfertigt sein. Sofern kein anderer Aufteilungsmaßstab nachgewiesen ist, ist von einer hälftigen Aufteilung sämtlicher mit der Reise verbundenen Kosten in privat und beruflich – Lebensführung und Werbungskosten/Betriebsausgaben – auszugehen, so das salomonische Resümee.

Quelle: Mandantenbrief – September 2011, Seite 7
AM


 


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