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Dienstwohnung: Pastor darf Schönheitsreparaturen absetzen

07.11.10 (Bauen & Wohnen, Mandantenbrief)

Pastoren können eine Steuerermäßigung gemäß § 35a Einkommensteuergesetz (EStG) für Handwerkerleistungen an ihrer Pastorendienstwohnung geltend machen, soweit von ihrem Gehalt eine Pauschale für Schönheitsreparaturen abgezogen worden ist. Dies hat das niedersächsische Finanzgericht (FG) entschieden.

Die Kläger ist Pastor und wohnt in einer Pastorendienstwohnung. Das Kreiskirchenamt zieht von seinem Gehalt neben der Dienstwohnungsvergütung monatlich eine Pauschale für Schönheitsreparaturen in Höhe von 77,96 Euro ab. Im Jahr 2007 wurden an der Dienstwohnung verschiedene Renovierungsarbeiten ausgeführt. Darüber liegen zwei Rechnungen vor: Einmal die eines Malermeisters und einmal die einer Tischlerei. Die Rechnung des Malers weist einen Stundenlohn in Höhe von 4.914 Euro aus, die der Tischlerei einen Arbeitslohn von 189,50 Euro. Die Rechnungen wurden beglichen durch Überweisung aus einem für Schönheits- und Renovierungskosten eingerichteten Fonds der Landeskirche. Der Kläger machte in seiner Einkommensteuererklärung die Rechnungen mit Beträgen von 4.914 Euro und 189,50 Euro als haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen geltend.

Das FG entschied, dass der Kläger die Steuerermäßigung des § 35a EStG für Aufwendungen für eine Bemessungsgrundlage in Höhe von 721,84 EUR in Anspruch nehmen kann. Nach dieser Vorschrift in der für 2007 geltenden Fassung ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, auf Antrag um 20 Prozent, höchstens 600 Euro, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen.

Im Haushalt des Klägers seien im Streitjahr 2007 durch Handwerker begünstigungsfähige Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Sinne des § 35a EStG ausgeführt worden, so das FG. Allerdings könne die Steuerermäßigung nicht auf der Grundlage des Personalkostenanteils an den Renovierungsmaßnahmen in Ansatz gebracht werden. Denn nach § 35a Absatz 2 EStG könnten nur die „Aufwendungen des Steuerpflichtigen“ berücksichtigt werden. Der Kläger habe jedoch die Handwerkerleistungen zumindest nicht in voller Höhe bezahlt. Die einzigen Zahlungen, die er 2007 für Modernisierungs- und Renovierungsleistungen geleistet habe, seien die vom Gehalt abgezogenen Pauschalen für Schönheitsreparaturen in Höhe von monatlich 77,96 Euro, also im Kalenderjahr 935,52 Euro. Ansonsten seien die Rechnungen unmittelbar von der evangelisch-lutherischen Landeskirche und mittelbar über die Pauschalen von anderen Pastoren bezahlt worden. Ein höherer Betrag als Bemessungsgrundlage für die Steuerermäßigung als diese 935,52 Euro kommt laut FG deswegen von vornherein nicht in Betracht. Bei Berücksichtigung der vom Gehalt abgezogenen Pauschale muss laut FG zudem weiter beachtet werden, dass mit der Pauschale für Schönheitsreparaturen nicht nur die nach § 35a EStG begünstigten Personalkosten, sondern sämtliche Aufwendungen für Schönheitsreparaturen, also auch der Materialaufwand, abgegolten werden. Deshalb entfalle rechnerisch nur ein Teil der Pauschale auf die begünstigten Personalaufwendungen.

Finanzgericht Niedersachsen, Urteil vom 23.02.2010, 16 K 422/09

Quelle: Mandantenbrief November 2010, Seite 17
AM


 


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