Gewerblicher Grundstückshandel: Auch bei Wohnungsverkäufen auf Druck der Bank - Ihre persönliche Steuerberatung

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Gewerblicher Grundstückshandel: Auch bei Wohnungsverkäufen auf Druck der Bank

08.04.10 (Immobilienbesitzer)

Die Gründe, die einen Steuerpflichtigen dazu bewegt haben, ihm gehörende Immobilien zu veräußern, spielen für die Zuordnung zum gewerblichen Grundstückshandel keine Rolle. Deswegen kann von einem solchen auch dann ausgegangen werden, wenn die Veräußerungen auf Druck der Bank vorgenommen wurden. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden.

Von einem gewerblichen Grundstückshandel sei im Regelfall auszugehen, wenn innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Anschaffung beziehungsweise Errichtung und Verkauf einer Immobilie, das heißt etwa fünf Jahren, mindestens vier Objekte veräußert würden, so der Gerichtshof. Dann ließen die äußeren Umstände den Schluss zu, dass es dem Steuer-pflichtigen darauf ankomme, substantielle Vermögenswerte durch Umschichtung auszunutzen.

Im zugrunde liegende Fall hatte die Klägerin innerhalb von fünf Jahren und zwei Monaten sechs Eigentumswohnungen hergestellt und verkauft und damit die objektiven Voraussetzungen des gewerblichen Grundstückshandels erfüllt. Denn der Erwerb und die Veräußerung von mehr als drei Objekten innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs von nicht mehr als etwa fünf Jahren indiziere eine Grenzüberschreitung von der Vermögensverwaltung zur Gewerblichkeit, so der BFH.

Der Annahme einer zumindest bedingten Veräußerungsabsicht stehe grundsätzlich nicht entgegen, dass die ursprüngliche Vermietungsabsicht aufgegeben und das Objekt aufgrund wichtiger und ungewollter Gründe verkauft werde, heißt es in dem Urteil weiter. Die konkreten Anlässe und Beweggründe für den Verkauf – zum Beispiel Ehescheidung, Finanzierungsschwierigkeiten, Krankheit, ein unerwartet hohes Kaufangebot – sagten im Allgemeinen nichts darüber aus, ob der Steuerpflichtige nicht auch aus anderen Gründen zum Verkauf bereit gewesen wäre und insofern von Anfang an eine zumindest bedingte Veräußerungsabsicht gehabt habe. Nichts anderes gilt nach Ansicht des BFH wenn, wie im Streitfall, die Bank, die die Immobilien finanziert hat, Druck ausübt, Wohnungen zu veräußern, um die Zwangsversteigerung zu vermeiden.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.12.2009, III R 101/06

Quelle: Mandantenbrief – April 2010, Seite 9


 


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