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Handwerkerarbeiten: Doppelter Steuerabzug bei zwei Wohnungen

14.10.10 (Bauen & Wohnen, Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Haushaltsnahe Dienstleistungen werden seit 2009 in doppelter Höhe gefördert. Dies können Besitzer von Haus und Eigentumswohnung sowie Mieter gleichermaßen nutzen, indem sie 20 Prozent der Arbeitsleistungen plus Maschinen- und Fahrtkosten inklusive Umsatzsteuer bis maximal 1.200 Euro von der Einkommensteuerschuld abziehen dürfen. Begünstigt sind dabei nicht nur inländische Wohnungen, sondern beispielsweise auch die Zweit- oder Ferienwohnung im EU-Ausland.

Das Finanzgericht FG Baden-Württemberg hat nun entschieden, dass der Abzug bis zur Höchstgrenze von 1.200 Euro wiederholt möglich ist, sofern Ehegatten zwei Haushalte selbst nutzen, beispielsweise einen Hauptwohnsitz in München und eine Ferien- oder Zweitwohnung in Südtirol. Nur beim umgekehrten Fall muss der Höchstbetrag aufgeteilt werden, wenn in einem Haushalt mehrere Personen wohnen. Denn ihn gibt es pro Haushalt nur einmal. Anders sieht es aber für eine Steuerermäßigung wegen Aufwendungen für Handwerkerleistungen aus, wenn Hauseigentümer oder Vermieter mehrere Domizile selbst nutzen. Dann können sie den Höchstbetrag auch noch für Kosten eines zweiten Haushalts in Anspruch nehmen.

Hierfür spricht nach Auffassung der Richter auch der Wortlaut des Gesetzes, wonach lediglich auf die Inanspruchnahme von Leistungen in einem Haushalt hingewiesen wird, jedoch keine Beschränkung auf nur eine Wohnung vorgesehen ist. Somit kommt es auf den Haushalt und nicht die Haushaltsgemeinschaft unabhängig von der Anzahl ihrer Wohnungen an.

Also steht einem Ehepaar, das zwei Haushalte regelmäßig zu eigenen Wohnzwecken nutzt, für jeden Haushalt jeweils eine Steuerermäßigung bis zum Höchstbetrag zu. Nutzen sie Haupt- und Zweitwohnung, wären das pro Jahr bis zu 2.400 Euro. Nur bei dieser günstigen Auslegung wird ein Paar nicht wegen ihrer Ehe benachteiligt. Die Partner könnten sonst nur deshalb lediglich einmal den Höchstbetrag in Anspruch nehmen, weil sie verheiratet sind. Wären sie es nicht, so stünde jedem für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen in seinem Haushalt eine solche Steuerermäßigung zu. Verheiratete dürfen jedoch nach dem Grundgesetz nicht schlechter behandelt werden als Ledige.

Auch steht der Sinn und Zweck der Norm einer objektbezogenen Betrachtungsweise nicht entgegen. Ziel der gesetzlichen Regelung ist nämlich, die Schwarzarbeit in den Privathaushalten zu bekämpfen. Diese Intention zwingt gerade nicht dazu, die Steuerermäßigung bei Ehegatten auf nur einen Haushalt zu beschränken.

Hinweis: Die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil beim Bundesfinanzhof unter Az. VI R 60/09 Revision eingelegt. Betroffene sollten entsprechende Fälle mit Verweis auf das anhängige Verfahren offen halten.

Quelle: Mandantenbrief September 2010, Seite 17
AM


 


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