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Investitionsabzugsbetrag: Vorteile bei der Solaranlage

20.09.11 (Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Im Vorgriff auf eine geplante Herstellung oder Anschaffung können Unternehmer, Freiberufler, Personen- und Kapitalgesellschaften oder Landwirte einen Investitionsabzugsbetrag von 40 Prozent der voraussichtlichen Aufwendungen steuermindernd abziehen. Die Summe der innerhalb von drei Jahren abgezogenen Beträge darf je Betrieb 200.000 Euro nicht übersteigen. Dafür ist es nicht nötig, das jeweilige Wirtschaftsgut individuell genau zu bezeichnen. Es reicht bereits, das geplante Investitionsgut seiner Funktion nach zu benennen.

Um jedoch eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags auszuschließen, muss in drei Fällen ein hinreichend konkretes Investitionsvorhaben vorliegen, das durch eine verbindliche Bestellung nachzuweisen ist. Das betrifft

• die Betriebseröffnung,
• die Ausdehnung des Betriebs auf einen weiteren Geschäftszweig oder
• eine wesentliche Kapazitätserweiterung.

Diese strengen Voraussetzungen der Bestellung wendet der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil aber nicht an, wenn ein Unternehmer eine Photovoltaikanlage errichten will (Az. X R 21/08). In diesem Fall kann daher der Investitionsabzugsbetrag auch dann schon gebildet werden, wenn noch keine verbindliche Bestellung der Solaranlage vorliegt. Denn durch eine solche Maßnahme wird weder ein neuer Gewerbebetrieb eröffnet noch ein bestehender wesentlich erweitert,
meinten die Richter.

Entscheidend für diese Einschätzung ist, ob die Betätigungen des Unternehmers als einheitlicher Gewerbebetrieb anzusehen sind. Hierfür sprechen vor allem

• die Gleichartigkeit der Betätigung,
• die Möglichkeit, dass sich verschiedene Tätigkeiten ergänzen,
• die räumliche Nähe der Betriebe und
• das Fehlen von gesonderter Verwaltung, Organisation, Rechnungswesen, Personal und Anlagevermögen.

Im Urteilsfall ging es um einen Elektroinstallationsunternehmer. Hier bildet das Betreiben der Photovoltaikanlage einen einheitlichen Gewerbebetrieb, durch die räumliche Nähe sowie die Tatsache, dass die Erlöse aus der Stromeinspeisung Teil seiner gewerblichen Einkünfte sind. Zudem ergänzen sich die gewerblichen Tätigkeiten wechselseitig, obwohl die eigentliche Stromerzeugung nicht in direktem Zusammenhang mit dem Elektrounternehmen steht. Denn der Selbstständige konnte sein besonderes Fachwissen nutzen, um die Anlage selbst zu installieren und zu warten. Zudem diente die Anlage auch dem Elektrounternehmer, da sie ihn in diesem Bereich als fachkundig und kompetent ausweist und so dazu beiträgt, Kunden von Kauf und Installation zu überzeugen.

Eine Bildung des neuen Investitionsabzugsbetrags lohnt sich nicht generell, um hierdurch den steuerpflichtigen Gewinn zu mindern. Denn erfolgt anschließend kein entsprechender Erwerb, muss der Investitionsabzugsbetrag im Jahr der Bildung rückgängig gemacht werden. Das führt rückwirkend zu einer entsprechenden Gewinnerhöhung und wahrscheinlich auch zu einer Verzinsung der daraus resultierenden Steuernachforderungen. Der Zinssatz beträgt immerhin 6 Prozent pro Jahr.

Quelle: Mandantenbrief – September 2011, Seite 11
AM


 


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