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Jahreswagen: Geldwerter Vorteil kann gering ausfallen

22.12.11 (Angestellte, Mandantenbrief)

Bekommt ein Arbeitnehmer vom Automobilhersteller oder einem Kfz-Händler ein neues Auto verbilligt zur Verfügung gestellt, muss er nicht den überhöhten und zumeist nur auf dem Papier stehenden offiziellen Listenpreis seiner tatsächlichen Zuzahlung gegenüber stellen. Denn Preisnachlässe, die Mitarbeitern beim Erwerb von Jahreswagen gewährt werden, gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn sie auch im normalen Geschäftsverkehr vom Händler tatsächlich gewährt werden. Durch diesen Tenor eines Urteils vom Finanzgericht Baden-Württemberg (Az. 5 K 1084/08) verringert sich der steuerpflichtige geldwerte Vorteil deutlich oder tritt überhaupt mehr ein. Sofern ein Autohaus schon ohne Preis- und Vertragsverhandlungen auf die unverbindliche Preisempfehlung freiwillig einen üppigen Rabatt gewährt, ist dieses geringere Angebot der Endpreis. Nur wenn der Arbeitnehmer noch deutlich weniger zahlen muss, kann es zur Lohnsteuerpflicht kommen.

Gewährt nun ein Autohaus oder der Automobilhersteller auf die unverbindliche Preisempfehlung generell einen Preisnachlass, kann dieser höchstens berücksichtigt werden. Von diesem günstigen Angebotspreis wird dann noch ein Abschlag von vier Prozent vorgenommen und vom ermittelten Ergebnis ein Rabattfreibetrag von 1.080 Euro abgezogen. Aufgrund dieser Rechenregelung ergibt sich für Jahreswagen in der Praxis wohl kaum noch ein lohnsteuerrechtlicher Vorteil. Sofern der Arbeitnehmer die Berechnung des geldwerten Vorteils durch sein Lohnbüro für zu hoch hält, kann er dies in seiner Einkommensteuererklärung für 2010 geltend machen und bekommt dann insoweit die zuviel einbehaltene Lohnsteuer wieder erstattet. Das muss er dem Finanzamt allerdings durch entsprechende Unterlagen nachweisen. Hilfreich sind hierfür Aufstellungen über die im jeweiligen Jahr erworbenen Modelle und die Preisnachlässe auf den Listenpreis. Dieses Ergebnis entspricht dann dem Anteil an den tatsächlich erzielten Preisnachlässen, die Käufer im Durchschnitt als Folge individueller Preisverhandlungen zusätzlich erreicht haben. Dabei ist unerheblich, ob der Rabatt aufgrund von subjektivem Verhandlungsgeschick des jeweiligen Erwerbers, Ausschöpfen von Recherchemöglichkeiten oder näheren Branchenkenntnissen erfolgt ist.

Beispiel: Die unverbindliche Preisempfehlung des Automobilherstellers für das erhaltene Kfz liegt bei 20.000,00 Euro, der Arbeitnehmer muss lediglich 16.000 Euro bezahlen.

20.000 Euro

– allgemeiner Preisabschlag des Händlers (zum Beispiel 6 Prozent) 1.200 Euro

+ Überführungs-, Transport- und Zulassungskosten 950 Euro

= Maßgeblicher Angebotspreis 19.750 Euro

– 4 Prozent Bewertungsabschlag 790 Euro

= Preis des erworbenen Kfz 18.960 Euro

– Zuzahlung Arbeitnehmer 16.000 Euro

= geldwerter Vorteil 2.960 Euro

– Rabattfreibetrag 1.080 Euro

= steuerpflichtiger geldwerter Vorteil 1.880 Euro

– vom Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten auf 2.500 Euro

= zuviel versteuert 620 Euro

Das Finanzamt mindert den Arbeitslohn im Einkommensteuerbescheid also um 620 Euro.

Quelle: Mandantenbrief – November 2011, Seite 12


 


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