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Kinderbetreuung: Steuerersparnis durch Gehaltsumwandlung

12.10.10 (Familie und Kinder, Mandantenbrief)

Kinderbetreuung: Steuerersparnis durch Gehaltsumwandlung

Einsparpotenzial bietet die Übernahme der Kindergartenkosten durch den Arbeitgeber, weil dieser Zuschuss nicht als geldwerter Vorteil der Lohnsteuer unterliegt. Diese Steuerfreiheit gilt für zusätzlich zum Arbeitslohn erbrachte Leistungen zur Unterbringung und Beaufsichtigung von nicht schulpflichtigem Nachwuchs der Arbeitnehmer in Kindergärten, Tagesstätten, Krippen, Hort oder durch Tagesmütter. Hinzu kommen die kostenlosen Betreuungsangebote in der Firma selbst. Dabei kann der Chef die Kosten entweder direkt an die jeweilige Einrichtung überweisen oder den Eltern brutto mit ihrem Gehalt überweisen. In diesem Fall müssen Vater oder Mutter dem Lohnbüro lediglich einen Nachweis über die angefallenen Kosten einreichen.

Für die Steuerfreiheit ist es unerheblich, in welcher Höhe tatsächlich Kosten für die Beaufsichtigung von nicht schulpflichtigen Söhnen oder Töchtern anfallen. Die Höchstgrenze liegt lediglich in dem Betrag, der tatsächlichen für Kinderhort oder Tagesmutter anfällt. Allerdings gibt es die Steuerfreiheit nur für zusätzlich zum Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers, sodass eine Gehaltsumwandlung nicht begünstigt ist. Doch jetzt eröffnet es hierbei eine Ausnahme, was sich aus dem Entwurf der Lohnsteuerrichtlinien 2011 ergibt. Denn eine Umwandlung von freiwilligen Sonderzuwendungen in einen Kindergartenzuschuss ist nunmehr erlaubt.

Zahlt der Arbeitgeber beispielsweise Urlaubsgeld aus, unterliegt dieser Betrag der Lohnsteuer und führt in der Regel aufgrund des Einmalbetrags auch noch zu einer höheren Progression für das übrige Jahresgehalt. Zahlt nun der Chef dem Arbeitnehmer beispielsweise im Juli einen Zuschuss für die Jahresrechnung des Kindergartens anstelle des Ferienbonus, fällt hierauf keine Lohnsteuer an. Der Betrieb zahlt dann zwar brutto den gleichen Betrag aus, was für die Eltern netto deutlich mehr ausmacht. Denn sie müssen die Betreuungskosten nun nicht mehr aus ihrem versteuerten Gehalt aufbringen.

Dieses neue Gestaltungsmodell erlauben die Lohnsteuerrichtlinien 2011, wenn ein begünstigter Zuschuss zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unter Anrechnung auf eine freiwillige Sonderzahlung geleistet wird. Anders sieht es nur aus, wenn die Belegschaft zumindest im Zeitpunkt der Zahlung einen verbindlichen Rechtsanspruch darauf hatte. Freiwilliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld lässt sich als nicht geschuldeter Arbeitslohn in privilegierte Zuschüsse umwandeln, nicht aber der bereits im Arbeitsvertrag zugesicherte Gehaltsaufschlag. Soweit Arbeitnehmer also keinen arbeitsvertraglichen Anspruch haben, liegt kein ohnehin geschuldeter Arbeitslohn vor und der Chef kann die ersatzweise bezahlten Zuschüsse brutto ausbezahlen.

Quelle: Mandantenbrief September 2010, Seite 14
AM


 


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