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Lohnsteuerabzug ab 2011

05.11.10 (Angestellte, Mandantenbrief)

Das Bayerische Landesamt für Steuern hat zu den wichtigsten Änderungen Stellung genommen, die auf Arbeitnehmer dadurch zukommen, dass es ab 2012 keine Papierlohnsteuerkarte mehr geben soll.

So behält die Lohnsteuerkarte 2010 bis zur Einführung des elektronischen Verfahrens ihre Gültigkeit, gilt also auf jeden Fall noch für 2011. Sie darf vom Arbeitgeber bis zur Einführung des elektronischen Verfahrens nicht vernichtet werden. Die darauf enthaltenen Eintragungen, zum Beispiel Freibeträge, werden ohne weiteren Antrag auch für den Lohnsteuerabzug im Jahr 2011 zugrunde gelegt.

Arbeitnehmer sind laut Bayerischem Landesamt für Steuern verpflichtet, die Steuerklasse und die Zahl der Kinderfreibeträge auf der Lohnsteuerkarte 2010 umgehend durch das Finanzamt ändern zu lassen, wenn die Eintragungen von den Verhältnissen zu Beginn des Jahres 2011 zu ihren Gunsten abweichen. Das gilt zum Bespiel dann, wenn eine Ehe in 2010 aufgelöst wurde und somit die Voraussetzung für die Steuerklasse III weggefallen ist oder wenn die Steuerklasse II bescheinigt ist, die Voraussetzung für die Berücksichtigung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende im Laufe des Kalenderjahrs jedoch entfällt.

Auch wenn sich ein für das Jahr 2010 eingetragener Freibetrag verringert, kann dies laut Amt ohne eine Korrektur zu erheblichen Nachzahlungen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung führen. Die Herabsetzung des Freibetrags, zum Beispiel, wenn geringere Fahrtkosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte anfallen, ist beim Finanzamt zu beantragen. Ab dem Jahr 2012 müssen sämtliche antragsgebundenen Einträge und Freibeträge wieder erneut beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.

Wird im Jahr 2011 erstmalig eine Lohnsteuerkarte benötigt, stellt das zuständige Finanzamt stattdessen eine Ersatzbescheinigung aus. Ausgenommen hiervon sind ledige Arbeitnehmer, die ab dem Jahr 2011 ein Ausbildungsverhältnis als erstes Dienstverhältnis beginnen. Hier kann der Arbeitgeber die Steuerklasse I unterstellen, wenn der Arbeitnehmer seine steuerliche Identifikationsnummer, sein Geburtsdatum sowie die Religionszugehörigkeit mitteilt und gleichzeitig schriftlich bestätigt, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. Wer während des Jahres 2010 eine Lohnsteuerkarte braucht, bekommt diese noch von der Gemeinde ausgestellt.

Ab dem Jahr 2011 wechselt die Zuständigkeit für die Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale (zum Beispiel Steuerklassenwechsel, Eintragung von Kinderfreibeträgen und anderen Freibeträgen) von den Meldebehörden auf die Finanzämter. Die Finanzämter werden bereits im Jahr 2010 zuständig, falls die Änderungen den Lohnsteuerabzug 2011 betreffen. Für Änderungen der Meldedaten an sich (zum Beispiel Heirat, Geburt, Kirchenein- oder -austritt) sind aber weiterhin die Gemeinden zuständig, wie das Bayerische Landesamt für Steuern mitteilt.

Bayerisches Landesamt für Steuern, PM vom 24.09.2010

Quelle: Mandantenbrief November 2010, Seite 11
AM


 


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