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Mietverluste im Ausland zählen nicht in Deutschland

19.10.10 (Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Grundsätzlich bleiben im Ausland erzielte Mieterträge im Inland steuerfrei, weil die jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) eine Freistellungsmethode vorsehen. Diese Einkünfte unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt und erhöhen damit den Steuersatz für das übrige Einkommen, sofern es sich um Immobilien außerhalb des EU- und EWR-Raums handelt. Einige DBA wie etwa mit Spanien, Finnland und der Schweiz sehen hingegen die Anrechnungsmethode vor. Hierüber sind die jenseits der Grenze erzielten Einkünfte im Inland voll steuerpflichtig und die dort bezahlte Steuer wird im heimischen Bescheid angerechnet.

Die Freistellungsmethode ist zwar bei Überschüssen günstiger, hat jedoch Nachteile, sofern es um Auslandsverluste geht. Der negative Progressionsvorbehalt wirkt sich innerhalb der EU nicht mindernd auf den inländischen Steuersatz aus und die negativen Einnahmen lassen sich nicht mit anderen Einkünften verrechnen.

Nur sofern es sich um vermietete Immobilien in Spanien oder Finnland handelt, werden die negativen Mieteinnahmen genauso wie inländische Einkünfte behandelt und dürfen daher mit dem übrigen Einkommen verrechnet werden.

Diese Regelung ist selbst dann zulässig, wenn sich die Mietverluste im Lageland der Immobilie nicht sofort verrechnen lassen. Auch dann muss der deutsche Fiskus das Minus nicht als negative Einkünfte aus der Vermietung berücksichtigen. Denn nach dem Urteil vom Finanzgericht Rheinland-Pfalz ist ausreichend, wenn künftig die Möglichkeit besteht, dass die Verluste in dem Staat, dem das Besteuerungsrecht zusteht, berücksichtigt werden könnten (Az. 5 K 2408/08). Dann liegt weder einen Verstoß gegen die Niederlassungs- noch gegen die Kapitalverkehrsfreiheit dar. Nach mehreren Entscheidungen vom Europäischen Gerichtshof ist Deutschland nicht verpflichtet, die eventuell ungünstigen Auswirkungen der Besonderheiten einer Regelung eines anderen Landes zu berücksichtigen und seine Steuervorschriften auf die eines anderen EU-Staates abzustimmen.

Hinweis: Sofern es sich um ein eigenegenutztes Domizil jenseits der Grenze handelt, werden in Deutschland unabhängig vom jeweiligen DBA generell keine Einkünfte erfasst. Dafür lassen sich hier aber haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen geltend machen, sofern es sich um einen Haushalt innerhalb der EU/EWR-Staaten handelt. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass Wohnung oder Haus eine Haushaltsführung ermöglichen. Ein Hauptwohnsitz ist hingegen nicht erforderlich, sodass die ab 2009 deutlich verbesserte Steuervergünstigung auch für Ferien- oder Zweitwohnung beansprucht werden kann.

Quelle: Mandantenbrief Oktober 2010, Seite 9
AM


 


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