Regelmäßige Arbeitsstätte oder auswärtige Tätigkeit? - Ihre persönliche Steuerberatung

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Regelmäßige Arbeitsstätte oder auswärtige Tätigkeit?

29.04.10 (Angestellte, Mandantenbrief)

Nach den geänderten Lohnsteuer-Richtlinien 2008 wird als regelmäßige Arbeitsstätte der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit eingestuft, die der Arbeitnehmer immer wieder aufsucht. Ausreichend ist bereits im Durchschnitt ein Arbeitstag pro Woche. Insoweit sind die Fahrten von zu Hause dorthin nur mit der Entfernungspauschale bei den Werbungskosten absetzbar, und der Arbeitgeber kann den Kfz-Aufwand nicht steuerfrei übernehmen. Anders sieht es bei einer Auswärtstätigkeit aus, wenn Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte tätig werden. Liegt die vor, können die Aufwendungen deutlich günstiger nach den Grundsätzen für Dienstreisen geltend gemacht werden und der Arbeitgeber kann die Aufwendungen alternativ auch steuerfrei erstatten.

Das Bundesfinanzministerium hat die Einordnung als Auswärtstätigkeit jetzt auf Fälle erweitert, in denen der Angestellte bei einem Kunden des Arbeitgebers längerfristig eingesetzt wird. Dieser Ort stellt keine regelmäßige Arbeitsstätte des Arbeitnehmers dar (Az. IV C 5 – S 2353/08/10010), was sich besonders positiv in Fällen der Leiharbeit und des Outsourcing auswirkt.

Klassisches Beispiel ist, wenn eine Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber Personen in regelmäßigem Wechsel verschiedenen Entleihfirmen überlässt. Hier kommt es nicht zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte, auch wenn keine zeitliche Befristung vereinbart worden ist. Etwas anderes gilt jedoch, wenn ein Arbeitnehmer vom Verleiher für die gesamte Dauer seines Arbeitsverhältnisses einem Kunden in dessen betrieblicher Einrichtung überlassen oder mit dem Ziel der späteren Anstellung beim Entleiher Kunden eingestellt wird. Hier wird der Leiharbeitnehmer dauerhaft an einer regelmäßigen außerbetrieblichen Arbeitsstätte tätig.

Bei einer Auswärtstätigkeit können Fahrtkosten zeitlich unbegrenzt als Werbungskosten abgezogen oder vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. Das gelingt entweder mit 30 Cent je gefahrenem Kilometer oder den tatsächlich nach Fahrtenbuch ermittelten Kosten. Zudem können Übernachtungs- und Nebenkosten geltend gemacht werden. Für die ersten drei Monate kann der Arbeitnehmer sogar noch Verpflegungspauschalen absetzen. Die übrige Belegschaft mit einer regelmäßigen Arbeitsstätte kann lediglich die Pendlerpauschale berücksichtigen, mehr aber auch nicht.

Quelle: Mandantenbrief – Mai 2010, Seite 11


 


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