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Rohrleitungsprüfung ist keine haushaltsnahe Dienstleistung

02.11.10 (Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Müssen Grundstückseigentümer ihre Abwasserleitungen für Schmutz- oder Niederschlagswasser nach der Errichtung von einem Sachkundigen auf Dichtheit prüfen lassen, stellen die Aufwendungen hierfür keine begünstigten Kosten für Handwerkerleistungen dar. Zwar kann der Eigentümer eines Grundstücks gesetzlich dazu verpflichtet sein, im Erdreich oder ansonsten unzugänglich verlegte Abwasserleitungen zum Sammeln oder Fortleiten von Schmutzwasser oder mit diesem vermischten Niederschlagswasser von Sachkundigen prüfen zu lassen und die Bescheinigung über das Ergebnis der Dichtheitsprüfung auf Verlangen der Gemeinde vorzulegen. Doch nach der Kurzinformation Einkommensteuer 020/2010 der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster stellt diese Prüfung, ähnlich wie die vom TÜV oder anderen autorisierten Fachkräften durchzuführende Sicherheitsprüfung einer Heizungsanlage, im Gegensatz zu einer Wartung mit einer Gutachtertätigkeit vergleichbare Aufwendungen dar.

Es besteht keine Vergleichbarkeit mit der Leistung eines Schornsteinfegers. Dieser reinigt vielmehr und misst als Ausfluss aus der Reinigungstätigkeit die Werte der Heizungsanlage auf Umweltverträglichkeit. Hierbei handelt es sich um eine begünstigte Handwerkerleistung. Bei der Rohrprüfung steht aber eine nicht geförderte Gutachtertätigkeit im Vordergrund. Fallen jedoch als Folge von Dichtheitsprüfungen Reparaturmaßnahmen an den privaten Abwasserleitungen an, sind die entsprechenden Aufwendungen ebenfalls begünstigt.

Hierzu verweist die OFD auf die allgemeinen Steuerregeln bei Dienstleistungen wie beispielsweise Straßen- und Gehwegreinigung sowie Winterdienst. Hier sind nur Aufwendungen für Arbeiten auf Privatgelände begünstigt, auch wenn eine konkrete Verpflichtung zur Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Gehwegen und Bürgersteigen besteht. Nicht begünstigt sind Aufwendungen, bei denen die Entsorgung im Vordergrund steht, etwa die Müllabfuhr. Auch Aufwendungen, bei denen eine Gutachtertätigkeit im Vordergrund steht, sind nicht begünstigt. Das Gleiche gilt für Verwaltergebühren.

20 Prozent der Handwerkerkosten bis maximal 1.200 Euro dürfen jährlich von der Einkommensteuerschuld abgezogen werden. Begünstigte Aufwendungen sind grundsätzlich Arbeitsleistungen plus Maschinen- und Fahrtkosten inklusive Umsatzsteuer. Außen vor bleiben Material und gelieferte Waren wie etwa Fliesen, Tapeten oder Farbe. Der Arbeitsanteil muss grundsätzlich in der Rechnung gesondert ausgewiesen werden, wobei der Fiskus dem Handwerker eine prozentuale Aufteilung des Rechnungsbetrags in Arbeits- und Materialkosten erlaubt. Notwendig für den Steuerrabatt sind allerdings Rechnung und unbare Zahlung auf das Konto des Handwerkes. Das Finanzamt darf die Steuerermäßigung sogar dann streichen, wenn der Handwerker auf der ordnungsgemäßen Rechnung den Geldempfang quittiert und wegen schlechter Erfahrungen mit der Zahlungsmoral seiner Kunden auf Barzahlung bestanden hatte. Die hohe Anforderung soll nämlich die Schwarzarbeit im Privathaushalt bekämpfen.

Quelle: Mandantenbrief November 2010, Seite 9
AM


 


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