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Schimmelbefall: Mieter kann nicht zu ständigem Lüften gezwungen werden

20.10.10 (Bauen & Wohnen, Immobilienbesitzer, Mandantenbrief)

Ein Mieter kann nicht dazu gezwungen werden, in der angemieteten Wohnung durchgehend zu lüften – auch, wenn sich nur so verhindern lässt, dass die Wohnung mit Schimmel befallen wird. Dies hat das Amtsgericht (AG) München entschieden. Es stellt klar, dass eine solche Wohnung nicht den Anforderungen entspricht, die an eine normale Wohnnutzung zu stellen sind.

Nachdem die Klägerin mit ihrer Familie in eine Mietwohnung eingezogen war, begann sich in allen Räumen Schimmel zu bilden. Als sich der Schimmel in allen Schlafzimmern, der Küche und dem Wohnzimmer teilweise vom Fußboden gemessen bis zu einer Höhe von 80 Zentimetern und mehr ausgebreitet hatte, forderte die Mieterin die Vermieterin auf, den Schimmelbefall begutachten zu lassen. Diese maß aber lediglich die Feuchtigkeit und händigte der Mieterin die Broschüre „Richtiges Heizen und Lüften“ aus. Das Anwesen sei nach den anerkannten Regeln der Technik errichtet. Die Schimmelbildung könne daher nur an der mangelhaften Lüftung durch die Mieterin liegen, so die Vermieterin.

Darauf zog die Mieterin vor das AG München. Sie fordert Schimmelbeseitigung sowie die Feststellung, dass sie ihre Miete um 100 Prozent mindern darf. Die Klage war in vollem Umfang erfolgreich.

Denn der vom Gericht herangezogene Sachverständige hatte festgestellt, dass selbst das während der Begutachtung erfolgte intensive Lüften mit langen Lüftungsintervallen nicht geeignet war, die in den Räumen vorhandene Feuchtigkeit dauerhaft zu beseitigen. Die ermittelten Werte hätten nur während des Lüftens in einem Bereich gelegen, in dem es nicht zu einer Schimmelbildung kommen könne. Dies bedeute praktisch, dass nur bei immerwährendem Lüften kein Schimmel entstehen würde, so der Gutachter. Ein durchgehendes Lüften hielt das AG München aber für unzumutbar.

Schließlich müsse die Mieterin Zeit haben, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Das sei aber nicht möglich, wenn sie zu durchgehendem Lüften verpflichtet sei. Auch könne sie nicht gezwungen werden, bei geöffnetem Fenster zu schlafen. Als wesentlichen Bereich des persönlichen Lebens und der Ruhe müsse es ihrer freien Entscheidung offen stehen, ob sie bei offenem oder geschlossenen Fenster schlafe. Dies gelte insbesondere dann, wenn es draußen kalt sei, so das AG.

Das Gericht hält auch die Mietminderung von 100 Prozent für begründet. Auf Grund des großflächigen, massiven Schimmelbefalls bestehe eine konkrete Gesundheitsgefährdung. Die intensive Pilzbesiedlung und das extrem hohe Aufkommen von Milben mache eine Nutzung der Wohnung unmöglich.

Amtsgericht München, Urteil vom 11.06.2010, 412 C 11503/09, rechtskräftig

Quelle: Mandantenbrief Oktober 2010, Seite 18
AM


 


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