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Steuerfreiheit: Übernahme der Kosten für Kinderbetreuung gehört dazu

05.03.10 (Ehe, Familie & Erben)

(Val) Erhält eine angestellte Erzieherin von ihrem Arbeitgeber eine Kostenpauschale von rund 700 Euro pro Kind und Monat neben ihrem laufenden Gehalt für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung des Nachwuchses, ist dies als steuerfreier Auslagenersatz anzusehen. Das gilt nach dem Urteil vom Saarländischen Finanzgericht selbst dann, wenn die Erzieherin dem Finanzamt keine durch Nachweise belegte Aufstellung der tatsächlich durch die Pflegekinder verursachten Kosten vorgelegt wird (Az. 1 K 1312/04). Ausreichend ist bereits, wenn der Auslagenersatz im Großen und Ganzen den tatsächlichen Aufwendungen für die betreuten Sprösslingen entspricht.

Arbeitgeber und -nehmer haben sich als fremde Dritte gegenseitig nichts zu schenken und deshalb orientieren sich die erstatteten Beträge grundsätzlich an den tatsächlichen Aufwendungen. Daher sollte nach der Auffassung der Richter aus Saarbrücken ein detaillierter Kostennachweis über den tatsächlichen Aufwand der Pflegeeltern nur dann gefordert werden, wenn die Pauschalen offensichtlich überhöht sind. Dies bemisst sich am voraussichtlich entstehenden Aufwand für die Kinder aufgrund von Erfahrungswerten.

Bei der steuerfreien Erstattung handelt es sich um Aufwendungen, die der Arbeitnehmer im ganz überwiegenden Interesse des Arbeitgebers tätigt, die der Arbeitsausführung dienen und bei denen der Auslagenersatz nicht zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers führt. Es handelt sich vielmehr um einen so genannten durchlaufenden Posten.

Hinweis: Seit Neujahr 2009 müssen selbstständig agierende Tagesmütter ihre Einnahmen abzüglich der Betriebsausgaben versteuern, wenn sie die Gelder über die Kommune oder das Jugendamt erhalten. Die vorherige Steuerfreiheit für die Betreuung von bis zu fünf Kindern gleichzeitig wurde gestrichen. Zahlen die Eltern eine Tagesmutter hingegen privat, waren diese Einnahmen auch vorher bereits in der Steuererklärung anzugeben. Generell darf von den Einnahmen ab 2009 eine Betriebsausgabenpauschale von 300 Euro je Kind und Monat abgezogen werden, wenn die vereinbarte wöchentliche Betreuungszeit bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 40 Stunden umfasst. Ansonsten ist die Pauschale zeitanteilig zu kürzen, wenn und insoweit ein Kind nicht in Vollzeitbeschäftigung betreut wird. Sind es beispielsweise nur 30 Stunden, beträgt die Pauschale 225 Euro, die jedoch nur bis zur Höhe der Betriebseinnahmen abgezogen werden darf.

Quelle: Mandantenbrief März 2010, Seite 20


 


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