Übernahme von Steuerberatungskosten durch Arbeitgeber führt zu Arbeitslohn - Ihre persönliche Steuerberatung

Steuerberater Frankfurt

Ihre persönliche Steuerberatung

Experten-Branchenbuch.de .:. Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH, Steuerberater Frankfurt
Teilen Sie diesen Artikel

Übernahme von Steuerberatungskosten durch Arbeitgeber führt zu Arbeitslohn

08.04.10 (Alle Steuerzahler, Angestellte, Unternehmer)

Übernimmt der Arbeitgeber die Steuerberatungskosten, die seinen Arbeitnehmern für die Erstellung ihrer Einkommensteuererklärungen entstehen, führt dies bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung zu Arbeitslohn. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

Im zugrunde liegenden Fall hatte die Klägerin unter anderem Arbeitnehmer beschäftigt, die ihre Muttergesellschaft aus Japan entsandt hatte. Mit diesen bestanden Nettolohnvereinbarungen. Danach trägt der Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben für die Arbeitnehmer; diese treten dem Arbeitgeber unwiderruflich alle Erstattungen von Steuern und Sozialabgaben ab. Für fünf japanische Mitarbeiter übernahm die Klägerin die Kosten für die Erstellung der Einkommensteuererklärungen. Das Finanzamt ging davon aus, dass insoweit steuerpflichtiger Arbeitslohn vorliege. Dem folgte auch das Finanzgericht (FG). Der BFH hält diese Einschätzung der Vorinstanz für rechtsfehlerfrei.

Das FG sei davon ausgegangen, dass der Abschluss der Nettolohnvereinbarung und damit auch die Übernahme der Steuerberatungskosten durch die Klägerin nicht in ihrem ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse, sondern zumindest auch im Eigeninteresse der Arbeitnehmer gelegen habe und die übernommenen Steuerberaterkosten somit als Lohn zu versteuern seien. Dies lasse keinen Rechtsfehler erkennen, so der BFH. Denn die Nettolohnvereinbarung sei für den Arbeitgeber unzweckmäßig und risikobehaftet. So wirkten sich beispielsweise Beitragserhöhungen zu seinen Lasten aus.

Für die ausländischen Arbeitnehmer sei die Nettolohnvereinbarung hingegen von Vorteil. Sie müssten sich weder mit steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften einer ausländischen Rechtsordnung noch mit den Fragen grenzüberschreitender Besteuerung befassen. Die Klägerin, so der BFH, habe selbst eingeräumt, dass sich die Attraktivität der Auslandsvergütung für den Arbeitnehmer nach dem zur Verfügung stehen-den Nettolohn bemesse und deshalb üblicherweise bei der Entsendung ins Ausland ein Nettolohn vereinbart werde.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 21.01.2010, VI R 2/08

Quelle: Mandantenbrief – April 2010, Seite 3


 


Die Steuerberater der Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH beraten steuerlich und erstellen für Sie die Erklärungen zur Einkommensteuer (Privatpersonen, freie Berufe, Selbständige, Arbeitnehmer, Rentner), Körperschaftsteuer (Aktiengesellschaft, GmbH), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, Erstellen Lohnabrechnungen, Finanzbuchhaltung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss, vertreten Sie vor Finanzgericht und im Steuerstrafverfahren und erstellen steuerliche Selbstanzeige bundesweit