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Veränderter Umgang mit Krankenversicherungsbeitragserstattungen

07.11.10 (Mandantenbrief, Verbraucher, Versicherung & Haftung)

Seit 2010 hat sich die steuerliche Berücksichtigung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen deutlich verbessert. Soweit sie für eine Basisabsicherung zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung geleistet werden, gelten sie in vollem Umfang als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer. Das Bundesfinanzministerium weist in einem Anwendungsschreiben vom 13.09.10 darauf hin, dass sich Beitragsrückerstattungen negativ auf den Sonderausgabenabzug bemerkbar machen, so dass einige Versicherte ihre bewährte Vorgehensweise ändern sollten (Az. IV C 3 – S 2222/09/10041).

Beitragsrückerstattungen mindern nämlich die abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge in dem Jahr, in dem sie zufließen. Das gilt unabhängig von ihrer Bezeichnung, also auch für Pauschalleistungen, Prämien- und Bonuszahlungen. Somit müssen ab 2010 insbesondere Privatversicherte genau durchrechnen, ob sich eine Beitragsrückerstattung im gleichen Umfang wie noch bis 2009 lohnt oder ob sie besser ihre Rechnungen von Arzt, Apotheke und Krankenhaus der Kasse einreichen und im Gegenzug auf die Erstattung verzichten sollten.

Solche Rückzahlungen resultieren meist aus der Regelung, dass private Krankenkassen ihren Kunden bis zu vier Monatsprämien anbieten, wenn sie ein Jahr lang keine Leistungen beanspruchen. Bislang war es generell günstiger, die im Jahr angefallenen Kosten so lange selbst zu tragen, bis die Summe die Schwelle der erwarteten Beitragserstattung überschritten hatte. Diese Faustregel stimmt ab 2010 nicht mehr generell. Denn die Kosten für die selbstbezahlten Rechnungen wirken sich nicht steuermindernd aus. Sie gelten auch nicht als außergewöhnliche Belastung, weil ein Erstattungsanspruch besteht. Im Gegenzug führt die Beitragsrückerstattung der Kasse zu einer Reduzierung der abzugsfähigen Sonderausgaben.

Das wirkt sich insbesondere bei Besserverdienenden mit hoher Progression negativ aus. Je nach den persönlichen Verhältnissen und der Höhe der Krankheitskosten kann es nunmehr sinnvoll sein, auch dann Rechnungen einzureichen, wenn diese insgesamt unter dem Betrag einer alternativ möglichen Beitragsrückerstattung bleiben.

Allerdings mindern Beitragsrückerstattungen die abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge nur soweit sie auf die Basisabsicherung entfallen. Dabei wird der Vertragsstand zugrunde gelegt, der den erstatteten Beitragszahlungen zugrunde lag, unabhängig vom Vertragsstand zum Zuflusszeitpunkt. Wer also beispielsweise 20 Prozent seiner privaten Kassenprämien steuerlich nicht geltend machen kann, muss die Erstattung nur zu 80 Prozent gegenrechnen.

Quelle: Mandantenbrief November 2010, Seite 27
AM


 


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