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Verlustabzug bei Aktienanleihen

07.12.10 (Kapitalanleger, Mandantenbrief)

Liefert der Emittent von Aktienanleihen bei Fälligkeit im Kurs gefallene Aktien statt dem vollen Nennwert, kann der Umtauschverlust jetzt wieder bei der Steuer verrechnet werden. Denn die Finanzverwaltung rückt bei diesen Hochzinspapieren von ihrer unter Experten heftig kritisierten Haltung wieder ab, wonach das Minus keine negative Kapitaleinnahme darstellt. Die Oberfinanzdirektion Münster weist jetzt ihrer aktualisierten Kurzinformation Einkommensteuer 005/2010 darauf hin, dass der Umtauschverlust im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung nun doch als negative Kapitaleinnahme berücksichtigt wird.

Das hat zur Folge, dass ein Minus andere Einnahmen wie Zinsen und Dividenden mindert und ein verbleibender Betrag mit anderen Einkünften verrechnet werden kann. Das gelingt sogar jahresübergreifend. Diese aktuelle Änderung der Rechtslage können Anleger in allen offenen Fällen vor dem Jahr 2009 nutzen und insoweit eine Steuererstattung beantragen.

Unter den Regeln der Abgeltungsteuer ist der Verlustabzug bei Aktienanleihen hingegen gesetzlich untersagt, weil der ehemalige Kaufpreis der Anleihe auf die erhaltenen Aktien übergeht. Seit 2009 unterliegen Zinsen und Gewinne aus diesen Derivaten gleichermaßen dem Pauschalsatz von 25 Prozent. Gibt es bei Fälligkeit die unter den Schwellenwert gefallenen Aktien anstelle des Nennwertes, versteuert der Anleger sofort die hohen Zinsen und der Umtauschverlust zählt erst einmal nicht. Denn der ehemals höhere Anschaffungspreis für die Anleihe geht als fiktiver Kaufkurs auf die erhaltenen Aktien über. Werden die anschließend mit Verlust verkauft, kann dieses Minus nicht mit anderen Kapitaleinnahmen, sondern nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden. Durch die Systemumstellung kam es also zu einer deutlichen Benachteiligung der Hochzinsanleihen. Selbst wenn der Saldo aus Zinsen und Kursverlust negativ ausfällt, hält die Bank auf den über Marktniveau liegenden Kupon Abgeltungsteuer ein. Sofern die Aktienanleihen hingegen Gewinne bringen, stehen sich ihre Besitzer jetzt besser. Denn die Zinsen und das Kursplus werden nicht mehr mit der individuellen Progression wie bis 2008, sondern dem moderaten Pauschalsatz erfasst.

Besitzer von Aktienanleihen gehen generell von seitwärts tendierenden oder nur mäßig steigenden Börsenkursen aus. Der über dem Marktniveau liegende Zinssatz im Eurobereich ist bei guter Schuldnerbonität bis zur Fälligkeit garantiert, nicht aber die Rendite. Der Emittent zahlt nämlich bei Fälligkeit nicht immer den Nennwert zurück, sondern darf alternativ eine vorher festlegte Anzahl von Aktien liefern. Der Basispreis ist bei Emission bekannt und beziffert die Kursuntergrenze, ab der es Aktien statt dem Nominalwert der Anleihe gibt. Verkaufen Anleger während der Laufzeit, erhalten sie ihren Ertrag taggenau wie bei Festverzinslichen über die Stückzinsen, Aktien werden dann nicht geliefert.

Käufer von Aktienanleihen gehen das Risiko ein, ihr eingesetztes Geld mittels Aktien zurückgezahlt zu bekommen. Für dieses Risiko zahlt die Bank eine Prämie in Form von deutlich über dem Marktniveau liegenden Kupons. Die Zinshöhe hängt im Wesentlichen von der erwarteten Kursschwankung des zu Grunde liegenden Wertpapiers ab.

Quelle: Mandantenbrief – Dezember 2010, Seite 7
AM


 


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