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Wann sind Ausbildungskosten Werbungskosten?

06.11.10 (Arbeit, Ausbildung & Soziales, Mandantenbrief)

Seit 2004 fallen die erstmalige Berufsausbildung sowie das Erststudium laut Einkommensteuergesetz grundsätzlich in den Privatbereich, und die Aufwendungen können somit nur im Rahmen des Sonderausgabenabzugs berücksichtigt werden. Hierzu hatte der Bundesfinanzhof Mitte 2009 entschieden, dass der Aufwand für die erstmalige Berufsausbildung sowie das Erststudium als Werbungskosten absetzbar sind, wenn dieser Maßnahme eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium vorausgegangen ist (Az. VI R 14/07). Denn die geltende Vorschrift bestimmt lediglich in typisierender Weise, dass bei einer erstmaligen Berufsausbildung ein hinreichend veranlasster Zusammenhang mit einer bestimmten Erwerbstätigkeit fehlt. Das erstreckt sich aber nicht auf Personen, die erstmalig ein Studium berufsbegleitend oder in sonstiger Weise als Zweitausbildung absolvierten, so die Richter.

Diese günstige Rechtslage wendet die Finanzverwaltung jetzt in allen offenen Fällen ab 2004 an. Das ergibt sich aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 22. September 2010 (Az. IV C 4 – S 2227/07/10002 :002): Ist einer Berufsausbildung oder einem Studium eine abgeschlossene erstmalige Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Erststudium vorausgegangen, handelt es sich bei den hierdurch veranlassten Aufwendungen um Werbungskosten, wenn ein hinreichend konkreter Zusammenhang mit späteren steuerpflichtigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit besteht.

Der Werbungskostenabzug ist deutlich günstiger als der Ansatz von Sonderausgaben, mangels Höchstgrenze und jahresübergreifender Verrechnung bei nicht sofort verwendbaren Verlusten. Wer studiert oder sich weiterbildet, macht Kosten ohne Einnahmen geltend, über die Einkommensteuererklärung per Antrag auf Feststellung vortragsfähiger Verluste. Dann bleiben die über Jahre angesammelten Minusbeträge mit künftigen Einkünften verrechenbar. Bildet sich ein Arbeitnehmer für eine künftige freiberufliche Tätigkeit weiter, so sind die Aufwendungen ebenfalls absetzbar, als vorweggenommene Betriebsausgaben. Dies gilt etwa für einen angestellten Betriebswirt, der Immobilien- und Finanzmakler werden möchte.

Sonderausgaben hingegen lassen sich nur mit einem Maximalbetrag von bis zu 4.000 Euro geltend machen. Doch das Belegsammeln lohnt vielfach nicht. Ohne steuerpflichtige Einnahmen verpuffen die Ausbildungskosten, da Sonderausgaben nicht jahresübergreifend berücksichtigt werden. Profitieren kann daher eher der Student mit Nebenjobs. Er kann sein Einkommen um den Sonderausgabenabzug mindern oder sogar unter den Grundfreibetrag drücken. Lukrativ ist die Rechtslage bei Ehepaaren, wenn ein Gatte verdient. Dann mindert das Studium des Partners das Gesamteinkommen um bis zu 4.000 Euro.

Quelle: Mandantenbrief November 2010, Seite 15
AM


 


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