Werbungskosten: Gatte kann vom anderen Partner übernommenen Kredit absetzen - Ihre persönliche Steuerberatung

Steuerberater Frankfurt

Ihre persönliche Steuerberatung

Experten-Branchenbuch.de .:. Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH, Steuerberater Frankfurt
  • Kontaktanfrage

    Sie haben eine steuerliche Frage? Rufen Sie uns für ein Beratungsgespräch an unter

    069 - 5076702

    oder schreiben uns eine

    Email

    oder nutzen Sie unser

    Kontaktformular.

    Sie erreichen uns auch unter unserer spanischen Telefonnummer

    +34 91 1237400
  • Seiten

  • Kategorie

Teilen Sie diesen Artikel

Werbungskosten: Gatte kann vom anderen Partner übernommenen Kredit absetzen

29.02.12 (Bauen & Wohnen, Mandantenbrief)

Schuldzinsen für ein Darlehen lassen sich auch dann als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn die aus einem Ehepaar bestehende Grundstücksgemeinschaft von einem der beiden Partner ein Darlehen als Gegenleistung für die Hausübergabe übernimmt und der Kredit zunächst aufgenommen wurde, um eine privat genutzte Immobile zu finanzieren. Bedient die Gemeinschaft diesen Kredit weiter – Tilgung und Schuldzinsen –, stellt es nach dem am 7. Dezember 2011 vom Bundesfinanzhof veröffentlichten Urteil im Gegensatz zur Ansicht des Finanzamts und auch der Vorinstanz keinen Gestaltungsmissbrauch dar (Az. IX R 15/11).

Im zugrunde liegenden Fall wird die Grundstücksgemeinschaft als Ehepaar-GbR geführt, an der der Mann mit 10 und seine Frau mit 90 Prozent beteiligt ist. Zweck der GbR ist die Vermietung eines Mehrfamilienhauses, das dem Gatten zunächst allein gehörte und welches er samt Grundpfandrechten und Darlehen in die GbR eingebracht hat. Die Kredite von der Sparkasse wurden im Gegenzug auf die GbR umgeschrieben und waren damals zur Finanzierung des selbstgenutzten Nachbargrundstücks aufgenommen worden.

In seiner Urteilsbegründung führt der Bundesfinanzhof erläuternd aus, dass Anschaffungsvorgänge vorliegen, wenn ein Grundstück gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten in eine vermögensverwaltende Personengesellschaft mit Vermietungseinkünften eingebracht wird. Das gilt insoweit, als sich die zuzurechnenden Anteile der Gesellschafter an dem Grundstück gegenüber den bisherigen Beteiligungsquoten erhöht haben. Der Mann hatte das vermietete Mehrfamilienhaus eingebracht. Da an der GbR seine Frau zu 90 Prozent beteiligt ist, ist ihr nach Einbringung auch das Grundstück zu diesem Prozentsatz zuzurechnen.

Die Ehegattin übernimmt im Zuge der Übernahme der Gesellschaftsrechte für die Übertragung des Grundstücks als Gegenleistung Verbindlichkeiten, aus denen bis dahin allein ihr Mann verpflichtet war. Da auch insoweit die Zurechnung wie für die Immobilie zu beurteilen ist, sind diese Bankschulden zu 90 Prozent ihr zuzuordnen und für sie Anschaffungskosten. Dies gilt auch für die Sparkassendarlehen, die der Gatte zunächst aufgenommen hatte, um das privat genutzte Grundstück zu finanzieren. Es kommt nämlich nicht darauf an, ob Kredite bei ihrer Aufnahme in den steuerrechtlich unerheblichen Bereich des Privatvermögens fallen, so die Richter.

Damit greift auch das Gegenargument des Finanzamts nicht, dass Schuldzinsen daraus mangels Zusammenhangs mit einer Einkunftsart nicht abziehbar wären. Diese Verknüpfung hat sich mit der Übernahme der Verbindlichkeiten gelöst. Die Ehefrau als neue (Mit-)Besitzerin war verpflichtet, die Darlehen zurückzuzahlen und die geschuldeten Zinsen an die Bank zu entrichten. Werden diese Verpflichtungen mit der Folge eines Schuldnerwechsels übernommen, kommt es steuerrechtlich allein auf den Grund der Übernahme an. Ist dieser im bedeutsamen Bereich der Einkünfteerzielung wie beispielsweise der Vermietung anzusiedeln, liegt dort auch der Zweck der übernommenen Verbindlichkeiten. Dies ist nicht anders zu beurteilen als in Fällen, in denen der Erwerber ein eigenes Darlehen aufnimmt, um damit die Verbindlichkeiten aus den Darlehen des Veräußerers abzulösen.

Quelle: Mandantenbrief – Februar 2012, Seite 18


 


Die Steuerberater der Montag Steuerberatungsgesellschaft mbH beraten steuerlich und erstellen für Sie die Erklärungen zur Einkommensteuer (Privatpersonen, freie Berufe, Selbständige, Arbeitnehmer, Rentner), Körperschaftsteuer (Aktiengesellschaft, GmbH), Gewerbesteuer, Umsatzsteuer sowie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, Erstellen Lohnabrechnungen, Finanzbuchhaltung, Einnahmenüberschussrechnung, Jahresabschluss, vertreten Sie vor Finanzgericht und im Steuerstrafverfahren und erstellen steuerliche Selbstanzeige bundesweit